Meine ganz persönlichen Lesempfehlungen
Auf der Su­che nach Lese­stoff? Hier fin­dest Du Buch­be­spre­chun­gen mit An­spruch aber oh­ne Al­lü­ren. Ich schrei­be meist über bel­le­tris­ti­sche Ti­tel; über sol­che, die mir ge­fal­len oder auch mal nicht ge­fal­len ha­ben; manch­mal Main­stream, manch­mal ab­seits der aus­ge­tre­te­nen Pfa­de. (Per­sön­li­che Emp­feh­lun­gen und ein paar Wor­te zu die­sem Pro­jekt gibt’s ganz un­ten auf die­ser Sei­te.)

The Boss

Peter Aschenbrenner, The Boss, 2020
Peter Aschenbrenner, 2020

The Boss ist der Ti­tel eines Rat­ge­bers für Füh­rungs­kräf­te, den Pe­ter Aschen­bren­ner, ein Ex­per­te für Stra­te­gie, Ma­na­ge­ment und Ver­trieb, ver­öf­fent­licht hat. Der Un­ter­ti­tel des Bu­ches macht so­fort deut­lich, dass mit dem „Boss“ nicht ir­gend­ein Fir­men­chef ge­meint ist son­dern einer der er­folg­reichs­ten Rock­mu­si­ker al­ler Zei­ten, der un­ter sei­nem Spitz­na­men – eben „The Boss“ – weit­hin be­kannt wur­de: Von Bru­ce Spring­steen Füh­rungs­stär­ke ler­nen.
Für den lei­den­schaft­li­chen Spring­steen-Fan Aschen­bren­ner ist der „Boss“ ein ganz be­son­de­res Vor­bild für Füh­rungs­stär­ke. Der Ver­le­ger Wi­ley-VCH nennt das Buch einen „Leit­fa­den für Füh­rungs­kräf­te und alle, die es wer­den wol­len oder sol­len“. Und da­mit ist das Ziel­pub­li­kum des Ti­tels ziem­lich ge­nau ab­ge­steckt. Wir wer­den se­hen, ob es tat­säch­lich bei die­ser Ziel­grup­pe des Fach­bu­ches blei­ben muss.

Der Autor Dr. Pe­ter Aschen­bren­ner ist seit vier­zehn Jah­ren im Be­ra­tungs­ge­schäft tä­tig. Die Fach­zeit­schrift managerSeminare führ­te ihn zu­letzt 2018 und 2019 un­ter den best­ge­buch­ten Agen­tu­ren. Aschen­bren­ner selbst nennt sich „Augen­öf­fner“ und „Klar­heits-Ex­per­te“. Er be­schreibt sich als Rat­ge­ber, Auf­de­cker und Be­glei­ter. Wer sich für das be­ruf­li­che An­ge­bot des Autors in­te­res­siert, fin­det si­cher das eine oder an­de­re in­te­res­san­te De­tail auf sei­ner In­ter­net­sei­te. — Seit 1988 hat Aschen­bren­ner bis­her ins­ge­samt über 140 Spring­steen-Kon­zer­te be­sucht, in fünf­zehn ver­schie­de­nen Län­dern und 38 Städ­ten. Man darf ihn al­so ge­trost als Bru­ce-Spring­steen-Ex­per­ten be­zeich­nen.

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Der Engel von München | El ángel de Múnich | L’angelo di Monaco

Fabiano Massimi, El ángel de Múnich, 2020
Fabiano Massimi, 2020

Der italienische Schrift­steller Fabi­ano Massi­mi hat im Januar 2020 einen histo­ri­schen Roman mit dem Titel L’angelo di Monaco ver­öffent­licht, der sofort die Best­seller­listen süd­lich der Al­pen stürm­te. Eine spani­sche Über­set­zung mit dem Titel El ángel de Múnich erschien An­fang Juli. Sie wurde eben­so begei­stert auf­genom­men wie das Ori­ginal in Ita­lien. In den Nieder­lan­den wird De engel van München im Januar 2021 erschei­nen.
Alle meine Anfra­gen an Ver­lage und an den Autor selbst, ob denn ein deut­scher „Engel von Mün­chen“ geplant sei, wurden knapp bean­twortet: Nein, da sei nichts in Pla­nung. Hat die Zurück­hal­tung der Deut­schen viel­leicht damit zu tun, dass der Roman auf dem ange­nom­menen Selbst­mord von Adolf Hitlers Nichte Geli Raubal im Jahr 1931 auf­baut? Ist das etwa ein The­ma, das wir hier in Deutsch­land lie­ber nicht noch ein­mal auf­wär­men wollen?

Nun, so ganz ohne Poten­zial für geschicht­liche Ver­wer­fungen ist die Roman­geschich­te Massi­mis tat­säch­lich nicht. Schließ­lich zeich­net er das Bild eines allen An­scheins nach nicht nur inze­stuösen son­dern gera­dezu para­philen Verhält­nisses zwischen Geli Raubal und ihrem Onkel Adolf Hitler. Hitler war Halb­bruder von Gelis Mutter Angela Hammitzsch. Zum Zeit­punkt der Ge­scheh­nisse war er außer­dem bereits seit acht Jahren Gelis Vor­mund und seit 1926 allei­niger Füh­rer der NSDAP. Ein Skan­dal um sein Verhält­nis zur Nichte oder gar eine Ver­wick­lung in deren Tod hätte Hitler wo­mög­lich um die Reichs­kanzler­schaft im Jahr 1933 gebracht. – Und folg­lich die ganze Welt viel­leicht um den Zwei­ten Welt­krieg?

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Joseph-Breitbach-Preis 2020

Nora Bossong, 2017
Nora Bossong, 2017

Die Schriftstellerin Nora Bossong (38) erhält in diesem Jahr nach dem Thomas-Mann-Preis nun auch den Joseph-Breitbach-Preis mit einem Preisgeld von 50.000 Euro. Die Berlinerin schreibt Gedichte, Reportagen und Romane. Bossong sei eine „Poetin, die ihre eminenten Möglichkeiten zur Versprachlichung von Welt als Verpflichtung nimmt, sich den großen Themen zu stellen“, hieß es in der Begründung der Akademie der Wissenschaften und der Literatur in Mainz.

Herzlichen Glückwunsch, Frau Bossong!

Der letzte Roman der Autorin trägt den Titel Schutzzone (2019). Darin schildert Bossong das Leben der UN-Mitarbeiterin Mira Weidner im Spagat zwischen Blauhelmeinsatz in Afrika, Bürokratie, Politik und ihrem Privatleben. Schutzzone stand bereits auf der Longlist des Deutschen Buchpreises 2019.

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