Flashback Zufallsrezension: Jeden Sonntag eine neu & zufällig ausgewählte Buchbesprechung aus der Vergangenheit — Gute Bücher altern nicht!
Auf der Su­che nach Lese­stoff? ❤ Hier fin­dest Du Buch­be­spre­chun­gen mit An­spruch aber oh­ne Al­lü­ren. Ich schrei­be meist über bel­le­tris­ti­sche Ti­tel; über sol­che, die mir ge­fal­len oder auch mal nicht ge­fal­len ha­ben; manch­mal Main­stream, manch­mal ab­seits der aus­ge­tre­te­nen Pfa­de. (Per­sön­li­che Emp­feh­lun­gen und ein paar Wor­te zu die­sem Pro­jekt gibt’s ganz un­ten auf die­ser Sei­te.)

Joseph-Breitbach-Preis 2020

Nora Bossong, 2017
Nora Bossong, 2017

Die Schriftstellerin Nora Bossong (38) erhält in diesem Jahr nach dem Thomas-Mann-Preis nun auch den Joseph-Breitbach-Preis mit einem Preisgeld von 50.000 Euro. Die Berlinerin schreibt Gedichte, Reportagen und Romane. Bossong sei eine „Poetin, die ihre eminenten Möglichkeiten zur Versprachlichung von Welt als Verpflichtung nimmt, sich den großen Themen zu stellen“, hieß es in der Begründung der Akademie der Wissenschaften und der Literatur in Mainz.

Herzlichen Glückwunsch, Frau Bossong!

Der letzte Roman der Autorin trägt den Titel Schutzzone (2019). Darin schildert Bossong das Leben der UN-Mitarbeiterin Mira Weidner im Spagat zwischen Blauhelmeinsatz in Afrika, Bürokratie, Politik und ihrem Privatleben. Schutzzone stand bereits auf der Longlist des Deutschen Buchpreises 2019.

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Klopstock-Preis 2020

Klopstock-Preis 2020 für Clemens Meyer
Clemens Meyer, 2014

Der Schriftsteller Clemens Meyer (42) erhält in diesem Jahr den Klop­stock-Preis für neue Literatur. Die Jury begründet die Entscheidung hierzu folgendermaßen: „Seine Romane, Stories, Essays und politischen Wortmeldungen stehen in den großen Traditionen der klassischen Moderne und sind zugleich so gegenwärtig, wie Literatur es nur sein kann – ohne sich an die Gegenwart zu verraten.“

Zum Klopstock-Preis: Herzlichen Glückwunsch, Herr Meyer!

Clemens Meyer hat ostdeutsche Wurzeln. Er wuchs in Leipzig auf und wurde durch die umfangreiche Bibliothek seines Vaters an Literatur heran geführt. In der Nachkriegszeit begann er schließlich selbst zu schreiben. Sein Roman über diese Zeit, Als wir träumten, enthält autobiografische Züge und erschien im Jahr 2006.

Meyers letzte Veröffentlichung war im Jahr 2017 der Erzählband Die stillen Trabanten. Darin berichtet er von Menschen, die ihre Leben eher am Rande der deutschen Gesellschaft führen. „Über Meyers poetische Präzision, über seine Sanftheit und Empathie und seine Menschenfreundlichkeit, die nie zu einer bloßen Geste verkommt“, schrieb Wiebke Porombka für die Zeit.

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Der Delphi Code

Thomas Pyczak, Der Delphi Code, 2020
Thomas Pyczak, 2020

In seinem Roman Der Delphi Code erzählt der Autor Thomas Pyczak die Geschichte eines EDV-Pro­gram­mes, das Menschen bei der Wahl ihrer Partner helfen soll. Dieses Programm trägt den Namen „Delphi Code“. Es bezieht sich damit auf das berühmte historische Orakel von Delphi. Nur dass die damalige Seherin von Delphi samt ihrer Priesterschar in der modernen Version des Ro­man-Ora­kels ersetzt wurde durch einen Programmcode. Dieser Code soll sich durch Einsatz von Techniken der Künstlichen Intelligenz ständig selbst verbessern, ohne dass es für diese Weiterentwicklung noch Programmierer bräuchte. Ein selbst lernendes und dadurch unschlagbares Programm zur Partnervermittlung also!

Thomas Pyczak ist Schriftsteller und strategischer Storyteller, versteht also etwas von der Kunst des Erzählens. Der Delphi Code ist sein vierter Roman nach Starnberg. Marrakesch. Starnberg. (2016), Ende der Welt (2016) und Nachtigall (2017). Seine Romane hat der Autor alle im Selbstverlag herausgegeben.

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