Flashback Zufallsrezension: Jeden Sonntag eine neu & zufällig ausgewählte Buchbesprechung aus der Vergangenheit — Gute Bücher altern nicht!
Auf der Su­che nach Lese­stoff? Hier fin­dest Du Buch­be­spre­chun­gen mit An­spruch aber oh­ne Al­lü­ren. Ich schrei­be meist über bel­le­tris­ti­sche Ti­tel; über sol­che, die mir ge­fal­len oder auch mal nicht ge­fal­len ha­ben; manch­mal Main­stream, manch­mal ab­seits der aus­ge­tre­te­nen Pfa­de. (Per­sön­li­che Emp­feh­lun­gen und ein paar Wor­te zu die­sem Pro­jekt gibt’s ganz un­ten auf die­ser Sei­te.)

Harry Potter und die Heilig­tümer des Todes

Harry Potter and the Deathly Hallows | Harry Potter und die Heiligtümer des Todes
Joanne K. Rowling, 2007

Wie soll das nur gut ge­hen? Eine völ­lig un­be­kann­te Schrift­stel­le­rin er­zielt mit drei oder vier Ro­man­fol­gen um einen ver­wais­ten Jung­zau­be­rer einen un­er­war­te­ten, gran­dio­sen Pu­bli­kums­er­folg. Die Auto­rin wird ins Ram­pen­licht der Öf­fent­lich­keit ge­zerrt. Sie ver­sucht, im An­schluss an den An­fangs­er­folg – mit An­sa­gen und un­ter selbst auf­er­leg­ter Li­mi­tie­rung auf ins­ge­samt sie­ben Bände -, das gan­ze mun­ter zu­sam­men­fa­bu­lier­te To­hu­wa­bo­hu fol­ge­rich­tig auf­zu­lö­sen. Ziem­lich ge­nau zehn Jah­re nach dem Be­ginn liegt jetzt die Num­mer sie­ben der Se­rie, der an­ge­kün­dig­te Ab­schluss­ro­man vor: Har­ry Pot­ter und die Hei­lig­tü­mer des To­des. Mit ih­rem Text steht auch Jo­an­ne K. Row­ling selbst auf dem Prüf­stand. – Top oder Flop?

Die Mei­nun­gen des Pub­li­kums klaff­ten weit aus­ein­an­der, längst be­vor Harry Pot­ter und die Hei­lig­tü­mer des To­des ver­öf­fent­licht wur­de. Vie­le Le­ser be­stä­tig­ten der ers­ten Hälf­te der Ro­man­se­rie ho­hen Un­ter­hal­tungs­wert. Sie be­män­gel­ten je­doch den Fort­gang der Ge­schich­te in den Bän­den fünf und sechs. So man­chem er­schie­nen die Ver­su­che der Auto­rin zu ge­stelzt, die Hand­lungs­hin­ter­grün­de zu­sam­men­zu­füh­ren. Auch mir hat­te der sechs­te Roman, Har­ry Pot­ter und der Halb­blut­prinz, nicht beson­ders ge­fal­len.

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Der 50/50 Killer

Der 50/50 Killer
Steve Mosby, 2007

Wir begleiten Mark Nel­son, einen jun­gen Dok­tor der Psy­cho­lo­gie und Ver­neh­mungs­ex­per­ten in Echt­zeit durch sei­nen ers­ten Ar­beits­tag im Er­mitt­ler­team des eng­li­schen Kri­mi­nal­in­spek­tors John Mer­cer. Kopf­über hin­ein stür­zen wir uns in den Fall eines Se­rien­mör­ders: Der 50/50 Killer hat sich auf Paa­re spe­zia­li­siert. Er hat sich näm­lich zum Ziel ge­setzt, die Be­zie­hung zwei­er Men­schen zu zer­stö­ren, be­vor er zu­letzt einen oder gar bei­de der Part­ner von der Fol­ter er­löst und um­bringt! – Ein be­son­ders span­nen­der, äußerst sub­ti­ler Thril­ler des Autors Steve Mos­by. Denn er stürzt die Er­mitt­ler und eben­so die Le­ser in im­mer kom­ple­xe­re Ver­wir­run­gen und gip­felt schließ­lich in einem un­er­war­te­ten und an Dra­ma­tik kaum zu über­bie­ten­den Fi­na­le.

Der 50/50 Killer ist der drit­te Ro­man des Bri­ten Mos­by nach Spur ins Dun­kel (2003) und The Cut­ting Crew (2005). Der Kri­mi wur­de 2008 für den US-ame­ri­ka­ni­schen Li­te­ra­tur­preis Barry Award no­mi­niert. Mit die­sem Text ge­lang Mos­by der Durch­bruch als Thril­ler­autor.

Der 50/50 Killer – Was passiert?

Mark Nel­son tritt sei­nen Dienst als Nach­fol­ger eines Kol­le­gen an, der vor eini­ger Zeit dem Mör­der selbst zum Op­fer ge­fal­len war. Die­se spe­ziel­le Prob­le­ma­tik ist der Grund für zu­sätz­li­chen Druck auf das Er­mitt­ler­team und ins­be­son­ders auf des­sen Lei­ter, John Mer­cer. Unter enor­mem Erfolgs­druck hetzt die­ser seine Beam­ten durch die Ermitt­lun­gen.

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Heimweg

Heimweg
Harald Martenstein, 2007

Harald Marten­stein ist vie­len Le­sern der Wo­chen­zei­tung ZEIT be­kannt durch sei­ne be­lieb­te wö­chent­li­che Ko­lum­ne. Nun hat er nach Män­ner sind wie Pfir­si­che sei­nen zwei­ten Ro­man ge­schrie­ben. Heimweg wur­de noch im Ver­öf­fent­li­chungs­jahr mit dem In­ter­na­tio­na­len Co­ri­ne-Preis aus­ge­zeich­net.

In sei­nen Zei­tungs­ar­ti­keln er­weist sich der Autor be­reits als Meis­ter des Hun­derts­ten und Tau­sends­ten, schreibt auf engs­tem Raum über eine Viel­zahl von The­men, die er ge­konnt un­ter­ein­an­der ver­knüpft und stets ziel­si­cher auf das eigent­li­che The­ma zu­rück­führt. Die­se äußerst un­ter­halt­same Fä­hig­keit stellt er auch in seinem Ro­man Heimweg un­ter Be­weis, in dem er die Ge­schich­te des Kriegs­heim­keh­rers Jo­seph er­zählt, die – wie er selbst sagt – „größ­ten­teils zwi­schen un­ge­fähr 1950 und un­ge­fähr 1990“ spielt.

Heimweg – Worum es geht

Genau genom­men ist es nicht statt­haft, die Ge­schich­te auf die Erleb­nisse von Joseph zu redu­zie­ren. Denn wie in sei­ner Kolum­ne kommt der Autor auch im Roman spie­le­risch und spie­lend vom Hun­derts­ten ins Tau­sends­te. Es gibt kein Hal­ten, wenn er von Josephs lebens­lus­ti­ger Frau Katha­rina, deren bei­der Ge­schwis­ter Otto und Rosa­lie, den Eltern der drei – Alfons und Ursu­la – sowie vom sagen­umwo­be­nen Groß­vater Alfons, dem his­tori­schen Gesetz­lo­sen Michael Heigl, und einer Menge wei­te­ren Per­so­nals erzählt.

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