Der 50/50 Killer

Der 50/50 Killer
Steve Mosby, 2007

Wir begleiten Mark Nel­son, einen jun­gen Dok­tor der Psy­cho­lo­gie und Ver­neh­mungs­ex­per­ten in Echt­zeit durch sei­nen ers­ten Ar­beits­tag im Er­mitt­ler­team des eng­li­schen Kri­mi­nal­in­spek­tors John Mer­cer. Kopf­über hin­ein stür­zen wir uns in den Fall eines Se­rien­mör­ders, des 50/50 Killer, der sich auf Paa­re spe­zia­li­siert. Denn er hat sich zum Ziel ge­setzt, die Be­zie­hung zwei­er Men­schen zu zer­stö­ren; be­vor er zu­letzt einen oder gar bei­de der Part­ner von der Fol­ter er­löst und um­bringt! — Ein be­son­ders span­nen­der, äußerst sub­ti­ler Thril­ler des Autors Steve Mos­by, der die Er­mitt­ler und eben­so die Le­ser in im­mer kom­ple­xe­re Ver­wir­run­gen stürzt und schließ­lich in einem un­er­war­te­ten und an Dra­ma­tik kaum zu über­bie­ten­den Fi­na­le gip­felt.

Der 50/50 Killer – Was passiert?

Mark Nel­son tritt sei­nen Dienst als Nach­fol­ger eines Kol­le­gen an, der vor eini­ger Zeit dem Mör­der selbst zum Op­fer ge­fal­len war. Die­se spe­ziel­le Prob­le­ma­tik ist der Grund für zu­sätz­li­chen Druck auf das Er­mitt­ler­team und ins­be­son­ders auf des­sen Lei­ter, John Mer­cer.

Unter enor­mem Erfolgs­druck hetzt die­ser seine Beam­ten durch die Ermitt­lun­gen. Gerade dadurch spielt er unbe­wusst dem Täter genau die Bälle zu, die die­ser braucht, um sein per­fi­des, minu­tiös geplan­tes Spiel Schritt für Schritt in Szene zu set­zen. Bis zuletzt gelingt es dem Psy­cho­pa­then, auch Mark Nel­son an der Nase herum zu füh­ren und für seine Zwe­cke ein­zuset­zen und sei­nem teuf­li­schen Ziel immer näher zu kom­men.

Der Roman ver­lei­tet in sei­nem Span­nungs­bo­gen dazu, Seite um Seite in immer höhe­rem Tempo zu ver­schlin­gen. Den­noch ist der Leser gut bera­ten, sich alle Details der Schluss­fol­gerun­gen des Pro­tago­nis­ten Nel­son ein­zuprä­gen. Nur so wird er der Kom­ple­xi­tät der Auf­lö­sung fol­gen kön­nen; nur so ist es mög­lich, die Fein­hei­ten der Kon­struk­tion der Ge­schich­te nach­zuver­fol­gen, die uns der Autor Steve Mosby auf­tischt. – Meine Emp­feh­lung: Nimm Dir genug Zeit, um die Ge­schich­te in Ruhe und trotz­dem mög­lichst am Stück zu lesen und so in den gan­zen Genuss des span­nungs­gela­de­nen Thril­lers zu kom­men.

Der 50/50 Killer – Bewertung

Man kann nicht umhin, Steve Mosby Lob zu zol­len. Der 50/50-Kil­ler ist ein gelun­ge­nes Bei­spiel dafür, wie man als Autor einer­seits einen wirk­lich rasan­ten Echt­zeit­krimi kon­stru­iert und ande­rer­seits trotz­dem jede Menge Hin­ter­grund­infor­ma­tion unter­bringt. Denn diese Infor­matio­nen benö­ti­gen die Leser – und natür­lich auch der Ich-Erzäh­ler –, um zu ver­ste­hen, was pas­siert.

Min­des­tens ebenso lobens­wert ist die Tat­sa­che, dass Mosby darauf ver­zich­tet, seine Roman­figu­ren rein schwarz-weiß zu zeich­nen. Seine Charak­tere kom­men alle­samt so über­zeu­gend und mensch­lich daher, dass ihre Feh­ler und Unzu­läng­lich­kei­ten fast schon wie­der schmerz­lich sind. Die Ge­schich­te ist nicht nur krimi­nolo­gisch, son­dern auch psy­cho­lo­gisch über­zeu­gend.

Fazit:

Im Gegen­satz zu ande­ren Bei­spie­len der Kri­mili­tera­tur über­zeugt der 50/50 Kil­ler nicht nur durch seine wohl durch­dachte und immer wie­der über­ra­schende Hand­lungs­folge. Er punk­tet auch durch die gekonnte Aus­füh­rung, die keine offen­sicht­li­chen, ärger­li­chen Wider­sprü­che in den Schluss­fol­gerun­gen ent­hält. Die Abfolge in Echt­zeit sorgt für enorme Lese­lust und empfiehlt den Roman gleich­zei­tig als Vor­lage für fil­mi­sche Umset­zung.

Krimi- und Thril­ler­fans sei das Buch unbe­dingt emp­foh­len, in Urlaubs­laune und mög­licher­weise unter dem fri­schen Ein­druck sprü­hen­der Span­nung ver­gebe ich an den 50/50 Kil­ler gerne mal drei ganz dicke von fünf mög­li­chen Ster­nen.

Ich bedanke mich herzlich bei der Buchhandlung Bollinger für das zur Verfügung gestellte Leseexemplar

Steve Mosby: Der 50/50 Killer
Droemer Knaur Verlag, 2007

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