Flashback Zufallsrezension: Jeden Sonntag eine neu & zufällig ausgewählte Buchbesprechung aus der Vergangenheit — Gute Bücher altern nicht!
Auf der Su­che nach Lese­stoff? Hier fin­dest Du Buch­be­spre­chun­gen mit An­spruch aber oh­ne Al­lü­ren. Ich schrei­be meist über bel­le­tris­ti­sche Ti­tel; über sol­che, die mir ge­fal­len oder auch mal nicht ge­fal­len ha­ben; manch­mal Main­stream, manch­mal ab­seits der aus­ge­tre­te­nen Pfa­de. (Per­sön­li­che Emp­feh­lun­gen und ein paar Wor­te zu die­sem Pro­jekt gibt’s ganz un­ten auf die­ser Sei­te.)

Die Habenichtse

Die Habenichtse
Katharina Hacker, 2006

Katharina Hacker hat für ihren Roman Die Habenichtse den Deutschen Buchpreis 2006 erhalten. Die Autorin studierte Philosophie, Geschichte und Judaistik in Freiburg und Jerusalem. Seit 1996 lebt sie in Berlin. Der Roman knüpft an diese geografischen Eckpunkte ihres Lebens an: Der Jurist Jakob und die Grafikerin Isabelle hatten sich Jahre vor dem Einsetzen der Handlung in Freiburg kennengelernt und treffen zu Beginn der Geschichte in Berlin erneut aufeinander. Was damals mit einem Techtelmechtel begonnen hatte, wird in der Gegenwart scheinbar folgerichtig fortgesetzt. Jakob gibt an – oder sollte ich schreiben: gibt vor? – über Jahre hinweg auf seine Zufallsbekanntschaft Isabelle gewartet zu haben. Im Jahr 2001 scheint sich seine Geduld endlich gelohnt zu haben.

Die beiden Protagonisten werden ein Paar. – Happy End zum Romanbeginn?

Die Habenichtse – Über die Handlung

Eigentlich hätte Jakob am 11. September 2001 einen Geschäftstermin im World Trade Center wahrnehmen sollen. Doch um Isabelle auf einer Party einer gemeinsamen Bekannten wieder treffen zu können, plant er seine Verabredung um.

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Nur wenn du mir vertraust

Nur wenn Du mir vertraust
Deborah Crombie, 2004

Sommerzeit, Krimizeit: Nur wenn du mir vertraust, ein Serienroman um das Ermittlerpaar Gemma James und Duncan Kincaid von Scotland Yard, geschrieben von der US-Amerikanerin Deborah Crombie. Noch vor dem Aufschlagen des Paperbacks werden Erinnerungen wach an das furchtbare Machwerk von Elizabeth George, das ich Ende letzten Jahres verrissen hatte. Schon wieder eine Amerikanerin, die über Kriminalfälle auf der europäischen Insel schreibt? – Doch Frau Crombie entpuppte sich schließlich als erfreuliches Gegenbeispiel. Trotz des unsäglichen Romantitels erwies sich Nur wenn du mir vertraust als relativer Glücksgriff in die Krimikiste.

Das Grundrezept, nach dem sowohl Crombie, als auch George ihre Romane anlegten, ist zwar das gleiche. Aber wo die George ins Seichte abgleitet, bleibt Deborah Crombie auf dem Pfad der schriftstellerischen Tugend.

Nur wenn du mir vertraust – Erfolgsrezept

Ihre Recherchearbeit erweist sich als erfreulich fundiert. Die Schreibe ist flüssig, ohne allzusehr ins Triviale abzugleiten. Auch ihre kriminalistischen Schlussfolgerungen bleiben ohne Fehl und Tadel. Die Handlung ist fast durchgehend spannend. Sie wartet zuletzt mit einer schlüssigen, wenn auch nicht unbedingt völlig überraschenden Aufklärung des zu Grunde liegenden Mordfalls auf.

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Dr. Sex

Dr. Sex
T. C. Boyle, 2007

Bereits vor zwei Jahren erschien die deutsche Übersetzung von Thomas Coraghessan Boyles Roman über den Vorreiter der sexuellen Revolution, über Prof. Dr. Alfred C. Kinsey, den seine Mitarbeiter an der University of Indiana schlicht Prok und der Rest der Bevölkerung von Bloomington Dr. Sex nannten. Im April 2007 erschien die Taschenbuchausgabe des Romans, über den ich nun ein paar Worte niederschreiben möchte. Wie bereits in früheren Romanen greift Boyle historische Sachverhalte auf und spinnt rund um die biografischen Aussagen eine persönliche Geschichte, die bekannte Details relativiert und in neuen Blickwinkeln erscheinen lassen.

Nach der Lektüre der Hippiesaga Drop City hatte ich bereits angekündigt, dass jener Roman zwar mein erster, aber nicht mein letzter Boyle gewesen sein sollte. Und wie bereits vor einem Jahr Drop City schlug mich nun auch Dr. Sex in seinen Bann. Die Kinsey-Geschichte erzählt T. C. Boyle aus der Sicht des fiktiven Studenten John Milk. Dieser junge Mann gehört im Roman zu den ersten Hörern des Sexualforschers und wird zu dessen erstem Projektmitarbeiter. Milk begleitet den Wissenschaftler von den Anfängen der Forschungen bis zu Kinseys Lebensende.

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