Kurt Wallander

Mit dem schwe­di­schen Krimi­nal­beamten Kurt Wallander hat der Schrift­stel­ler Henning Man­kell in den beiden Jahr­zehn­ten um den Jahr­tau­send­wech­sel eine Kult­figur er­schaf­fen, die sich über ins­ge­samt zwölf Roman­bände und fast zwanzig Jahre hinweg ent­wickelt. Für die Leser­¦innen meiner Buch­be­spre­chun­gen möchte ich hier einen Raum schaf­fen, in dem fik­ti­ves Leben und Wirken Wallan­ders möglichst über­sicht­lich zum Nach­schla­gen dar­ge­stellt wird.*

Südschweden rund um Ystad
Verschiedene Romanschauplätze in der schwedischen Provinz Schonen
Inhaltsverzeichnis

Vita ¦ Zeitschiene ¦ Personal ¦ Geburtstag

Wer ist Kurt Wallander?

Der Protagonist der Mankell-Krimis wurde mög­licher­weise am 30. Januar 1947** (Ach­tung Fuß­note!) in Malmö gebo­ren, wäre also in die­sem Fall ein gutes Jahr älter als sein Schöp­fer. Mit neun­zehn wird Wallan­der auf der Poli­zei­schule ange­nommen und beginnt seine Lauf­bahn als Ord­nungs­poli­zist in seiner Heimat­stadt Malmö. Noch wäh­rend Kurts Aus­bil­dung stirbt seine Mutter, der Vater zieht bald darauf von Malmö nach Löderup aufs Land.

Im Jahr 1968 lernt Kurt Wallan­der die junge Fri­seu­rin Mona kennen. Ein Jahr da­nach wech­selt er zur Kri­minal­poli­zei Malmö, nach­dem er an der Auf­klä­rung des Todes sei­nes Woh­nungs­nach­barn betei­ligt war und dabei von einem Ver­däch­tigen um ein Haar ersto­chen worden wäre. Im Mai 1970 hei­raten Mona und Kurt. Noch im glei­chen Jahr bekommt das Paar eine Tochter, die auf die Namen Linda Caroline getauft wird.

September 1975 ziehen Mona, Linda und Kurt nach Ystad um in die Woh­nung in der Maria­gatan, wo Wallan­der seine näch­sten acht­und­zwan­zig Jahre lang leben soll­te. Der Sommer 1976 bringt folge­rich­tig Wallan­ders Ver­set­zung zur Kripo in Ystad. Im Früh­jahr 1987 leitet Wallan­der dort erst­mals eine Mord­ermitt­lung.

In den ersten Mona­ten des Jah­res 1988 tren­nen sich Mona und Kurt, sie haben sich aus­ein­ander­gelebt. Mona und Linda ziehen zurück nach Malmö. Ein­ein­halb Jahre danach sind die Wallan­ders geschieden. Tochter Linda lebt ihr eigenes Leben.

Ein Jahr später …

ist Wallander Kripo-Chefer­mittler in der Klein­stadt an der Ost­see­küste. In dieser Zeit, näm­lich im Jahr 1990, set­zen die Kri­minal­geschich­ten der Romane ein. Seit der Schei­dung  von Mona ist es um sein Pri­vat­leben schlecht bestellt. Mit dem bär­bei­ßigen Vater liegt Wallan­der im Dauer­clinch, seine eige­nen Bedürf­nisse ver­nach­lässigt der Kripo­beamte. Er hat Über­ge­wicht und Alko­hol­pro­bleme, er ernährt sich unge­sund und hat zu wenig kör­per­liche Bewe­gung. Folge­richtig und unaus­weich­lich erlei­det der Mann im zweiten Band eine hef­tige Brust­schmerz­attacke und erhält im Sommer 1996 gar eine Dia­betes-Dia­gnose.

Doch alle anstehende Auf­ga­ben persön­li­cher oder famili­ärer Art ver­drängt Kurt Wallan­der mit immer wieder erstaun­lich kon­sequen­ter Prokra­stina­tion: Was auch immer jen­seits von Poli­zei­arbeit auf ihn wartet, ob Ange­höri­ge oder sein eigenes Privat­leben; man kann sich darauf ver­las­sen, dass Wallan­der es ver­gisst. Oder wie es seine Tochter Linda for­mu­liert:

„Er hat kein Privat­leben. Das ist sein Fehler.“
(Vor dem Frost, Seite 327)

Das Sexualleben …

des Mannes ist auf Schlinger­kurs zwi­schen ero­ti­schen Fan­ta­sien und ver­schie­denen realen Verhält­nis­sen, stets mit gerin­gem Zukunfts­poten­zial. Nach einem halb­her­zigen Ver­hält­nis mit der allein­erzie­henden Emma Lundin Ende der Acht­ziger­jahre (Band 9), erlebt er ein kurzes Ver­hält­nis mit der ver­heira­teten Staats­anwäl­tin Brolin (Band 1) und eine brü­chige Liebes­be­ziehung mit der ver­witwe­ten Lettin Baiba Liepa (von Band 2 bis Band 7). Abge­sehen von eini­gen verzwei­fel­ten Begeg­nun­gen mit Pro­stituier­ten zwi­schen Band 3 und 4 läuft sonst nichts bei Kurt in der Hori­zon­talen.

Erst im ach­ten Band folgt Wallan­der einem Rat sei­ner Toch­ter Linda und gibt eine Kon­takt­anzei­ge bei einer Part­ner­börse auf. Diese aller­dings führt keines­falls zum gewün­schten Ergeb­nis.
Und dass zumin­dest ein verein­zelter One-Night-Stand mit einer gewis­sen Isabel in Oranien­burg (Band 12) ein schönes Erleb­nis gewe­sen sein könn­te, darf bezwei­felt wer­den, wenn man liest, wie Wallan­der Hals über Kopf aus dem Hotel­zimmer flieht, in dem er die Nacht mit der Frau ver­brachte.

Generationenwechsel

Kurz nach dem Jahr­tausend­wech­sel, im Sommer 2001, kehrt Linda Wallan­der zu ihrem Vater zurück. Sie wird im Herbst als Poli­zei­anwär­terin in Ystad zu arbei­ten begin­nen und wohnt über­gangs­weise bei Kurt. Linda agiert dabei genau­so unkon­trolliert und bar jeder Ver­nunft wie ihr Vater in den Roma­nen zuvor. Da schla­gen wohl die Wallan­der-Gene durch.

Langsam aber sicher endet die Ära Kurt Wallan­ders. Im Jahr 2003 kauft er sich tat­säch­lich sein ersehn­tes Haus auf dem Land und dazu einen Labra­dor, den er Jussi nennt. Vier Jahre danach löst er seinen letz­ten Fall; zumin­dest den letz­ten, der seiner Leser­schaft aufge­tischt wird. Zwar ist danach noch nicht die Rede von Ruhe­stand und Pensio­nierung. Aber immer­hin endet die Geschich­te mit immer häufi­geren Black-Outs Wallan­ders, die irgend­wann in der Dun­kel­heit der De­menz enden werden: Alz­heimer – Der Feind im Schatten!

„Leben und Tod, alles hat seine Zeit.“
(Kurt Wallanders Leitmotiv)

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Vita ¦ Zeitschiene ¦ Personal ¦ Geburtstag

Zeitschiene der Romane

Der erste Roman­band, Mörder ohne Gesicht, setzt im Januar 1990 ein. Wallan­der wird 43 Jahre alt** und ist lei­ten­der Ermitt­ler der Kripo in Ystad. Seit ein paar Jahren ist Kurt ge­schie­den und hat sein Privat­leben kein biss­chen im Griff. In der Krimi­nal­geschich­te wird er mit einem bru­ta­len Doppel­mord an einem alten Bauern­ehe­paar kon­fron­tiert. Außer­dem folgen gewalt­tätige Über­griffe auf Asyl­bewer­ber und ein weite­rer Mord an einem Soma­lier.
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2. – Die Hunde von Riga

aus dem zweiten Wallander-Roman, stranden im Februar 1991 an der Küste vor Ystad: zwei tote Russen in einem Ret­tungs­boot. Die Ermitt­lungen führen Kurt Wallan­der in die letti­sche Haupt­stadt Riga. Dort macht er Bekannt­schaft mit der Poli­zei­arbeit totali­tärer Regime – und mit Baiba Liepa, der im Unter­grund agie­ren­den Witwe eines ermor­deten letti­schen Poli­zisten. Wallan­der ver­liebt sich in die Frau und kehrt nach seiner offi­ziel­len Mis­sion heim­lich und inko­gnito nach Riga zurück.
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3. – Die weiße Löwin

beginnt im April 1992 mit der Hin­rich­tung einer Immo­bilien­makle­rin in der Nähe von Ystad. Sie war zum fal­schen Zeit­punkt am fal­schen Ort gewe­sen. Die Ermitt­lungen in diesem uner­klär­lichen Mord­fall decken ein Kom­plott zur Pla­nung und Vor­berei­tung eines Atten­tats auf einen süd­afri­kani­schen Poli­tiker auf. In dieser Geschichte gera­ten erneut Wallan­der selbst und sogar seine Toch­ter Linda in Lebens­gefahr. Außer­dem setzt der Held der Geschich­ten ohne Not seine beruf­liche Lauf­bahn aufs Spiel.
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4. – Der Mann, der lächelte

Kurt Wallander hat die drama­tischen Ereig­nisse zu Ende des drit­ten Ban­des nicht ver­kraf­tet, sich eine lange Aus­zeit genom­men und steht kurz davor, aus dem Poli­zei­dienst aus­zu­scheiden. Erst im Oktober 1993, als sein ein­stiger Schei­dungs­an­walt ihn um Hilfe bittet, jedoch kurz darauf ermor­det wird, kehrt der Kommis­sar in den Dienst zurück. Er jagt einen skrupel­losen Geschäf­te­macher, der nicht vor Mor­den und Atten­taten zurück­schreckt, um seine Machen­schaften zu vertu­schen.
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5. – Die falsche Fährte

Juni 1994: Der grau­sige Selbst­mord eines jun­gen Mäd­chens aus der Domini­kani­schen Repu­blik und die Serien­morde eines Skalp­jägers geraten plötz­lich in uner­warte­ten Zusammen­hang. Kurt Wallan­der hat seine Per­sönlich­keits­krise über­wunden, läuft zu alter Form auf und bringt den Killer zur Strecke, obwohl er lange Zeit einer „fal­schen Fährte“ folgt. Außer­dem – man mag es kaum glauben! – schafft es der Mann sogar, end­lich sein Privat­leben zu ordnen: Er macht Sommer­ur­laub mit seiner Baiba und beglei­tet sei­nen Vater auf einer Herbst­reise nach Rom.
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6. – Die fünfte Frau

Im September 1994 kehrt Wallander von der Italien­reise mit seinem Vater zurück und wird so­gleich mit einer weite­ren Mord­serie kon­fron­tiert: Drei un­beschol­tene Männer wurden auf unter­schied­liche, jedoch stets sadi­stische Weise getö­tet. Der Kommis­sar und sein Team stehen vor einem Rätsel. Doch die Ermitt­lungen erge­ben, dass die Opfer gar nicht so ehren­haft gewe­sen waren, wie es zu­nächst den An­schein machte. Leider ist noch ein vier­ter, aller­dings natür­licher Todes­fall zu bekla­gen. Kurz nach der Rom­reise mit seinem Sohn ver­stirbt Kurt Wallan­ders Vater im Alter von 80 Jahren in der Folge eines Schlag­an­falls.
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7. – Mittsommermord

Im Juni 1996 tritt Wallan­der ein drit­tes Mal in Folge gegen einen Serien­mörder an. Der Killer ermor­det nicht nur drei Jugend­liche wäh­rend einer Mitt­sommer­nachts­feier, eine vierte junge Frau, die aus Krank­heits­grün­den nicht mit­feiern konnte, und ein Hoch­zeits­paar samt Foto­gra­fen sondern auch noch den Poli­zei­kolle­gen Sved­berg. Und sogar der Kult-Kommissar selbst steht auf der Abschuss­liste des wahn­sin­nigen Schläch­ters.
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8. – Die Brandmauer

Die Geschichte beginnt Anfang Okto­ber 1997, als ein Mann vor einem Geld­auto­maten tot zusammen­bricht. Kurz zuvor hatten zwei Mädchen, Teen­ager, einen Taxi­fahrer erschla­gen. Dann wird die Leiche des toten Mannes gestoh­len und eine der bei­den Taxi­mörde­rinnen in einem Um­spann­werk der Elek­trizitäts­werke ge­grillt. Irgend­wie schafft es Mankell tat­säch­lich, aus dieser über­aus verwor­renen Aus­gangs­lage einen packen­den Wirt­schafts­thril­ler zu basteln, der den Fort­bestand der gesam­ten Welt bedroht.
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9. – Wallanders erster Fall und andere Erzählungen

Rückblende in den Juni 1969: Kurt ist Strei­fen­poli­zist. In Wallan­ders erster Fall kommt sein Woh­nungs­nachbar unter myste­riösen Umstän­den zu Tode. Wallan­der arbei­tet der Krimi­nal­poli­zei zu und wird im Okto­ber zur Kripo ver­setzt, nach­dem ihn ein Ver­dächti­ger bei­nahe ersto­chen hätte.

Am Heiligabend 1975 macht Wallander die Bekannt­schaft des Mannes mit der Maske. Abends vor den Feier­tagen über­prüft er einen La­den, aus dem die Poli­zei ein Hilfe­anruf erreicht hatte. Als er ein­trifft, ist die Laden­besit­zerin tot und er steht einem mas­kier­ter Räu­ber gegen­über.

Weitere zwölf Jahre später, im April 1987, wird ein Tou­rist aus Stock­holm tot auf dem Rück­sitz eines Taxis auf­ge­funden – vergif­tet. Sein Tod muss etwas mit seinen lan­gen Spazier­gängen zu tun haben, die er eini­ge Tage lang am Strand in der Nähe von Ystad durch­geführt hat. Warum musste Der Mann am Strand ster­ben?

Nur ein Jahr danach, im April 1988, wird ein stadt­be­kann­ter Foto­graf in seinem Atelier in Ystad ermor­det. Hat Der Tod des Foto­grafen mit sei­nem merk­wür­digen Hobby zu tun, Fotos bekann­ter Persön­lich­keiten zu retu­schieren und zu ent­stellen? Oder mit seiner schwer­behin­derten Tochter, die der Foto­graf gegen den Willen seiner Frau in ein Pflege­heim ein­wei­sen ließ?

Dezember 1989: Ein Schmuggler­flug­zeug stürzt in Scho­nen ab und geht in Flam­men auf. Kurz darauf findet man die Lei­chen zweier harm­loser älte­rer Damen, Schwe­stern mit einem Hand­arbeits­ge­schäft, deren Haus in Brand gesteckt wurde. Nur Tage spä­ter wird ein Drogen­dealer durch Genick­schuss hin­gerich­tet. Aber gera­de als sich Wallan­der in die Klä­rung der Zusam­men­hänge stür­zen will, er­reicht ihn die Nach­richt, sein Vater sei in Kairo verhaf­tet worden, als er dabei war, Die Pyramide des Königs Cheops zu bestei­gen.

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10. – Vor dem Frost

Im August 2001 sehen wir dem Gene­rationen­wechsel in Ystad ent­gegen: Wallan­ders Tochter Linda beginnt ihre Karri­ere als Poli­zei­anwär­terin. Gemein­sam ermitteln Vater und Tochter in einer kryp­tischen, verschränk­ten Serie von Krimi­nal­fällen. Es beginnt mit bren­nenden Tieren und endet in offe­nem religi­ösen Fana­tis­mus. Doch nicht nur in der islami­schen Reli­gion gibt es Eife­rer im Sinne von „Nine-Eleven“. Eine archa­ische christ­liche Extre­misten­sekte macht sich daran, in Schonen die Rück­kehr eines unbarm­herzi­gen Messias mit Feuer und Schwert vorzu­berei­ten.
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11. – Mord im Herbst

Endlich! – Im Oktober 2002 findet Kurt Wallan­der ein Haus auf dem Land, das sei­nen Vor­stellun­gen eines Alters­sitzes ent­spricht, den er schon so lange sucht. Doch bei der Besich­tigung des Objek­tes stol­pert er im wahr­sten Sinn des Wortes im Gar­ten über eine längst skelet­tierte Leiche. Ein weiterer Leichen­fund folgt. – Was in aller Welt war da nur gesche­hen, vor einem hal­ben Jahr­hun­dert? Wallan­der ermit­telt.
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12. – Der Feind im Schatten

Im Januar 2007 lernt Kurt Wallan­der die künf­tigen Schwieger­eltern seiner Tochter Linda kennen. Kurz darauf ver­schwin­den die beiden Ehe­leute spurlos, erst der Mann, dann auch die Frau. Neben seiner eigent­lichen Poli­zei­arbeit in Ystad geht Kurt in seiner Frei­zeit dem Schick­sal der Ver­schol­lenen nach und deckt dabei einen Fall poli­ti­scher Spio­nage auf. Dabei nimmt Wallan­der auch Abschied von allen, die ihn durch die zurück­liegen­den 11 Romane beglei­tet haben.
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„Dann wissen wir das also.“
(Kurt Wallan­ders Standard­ant­wort auf Ermitt­lungs­ergeb­nisse und gleich­zeitig seine höchste Form des Lobes)

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Vita ¦ Zeitschiene ¦ Personal ¦ Geburtstag

Kurt Wallander – Romanfiguren in Dauerschleife

Welche Protagonisten treten neben Kurt Wallander immer wieder in verschiedenen Romanen auf? Ein Personenregister:

NameBeziehungAuftritte
Åkerblom, RobertEhemann einer ermordeten Maklerin, der Jahre später das Haus von Wallanders Vater verkauft.Bände 3, 7, 12
Åkesson, PerStaatsanwalt im Distrikt Ystad; lässt sich im Sommer 1996 für die Internationale Flüchtlingskommission nach Uganda versetzen, sein Nachfolger heißt Thurnberg.Bände 3-6, 9
Anderson, GertrudHaushaltshilfe und später zweite Frau von Wallanders VaterBände 2-8
Birch, KalleKollege Wallanders von der Polizei in Lund; sie kennen sich von einer Konferenz. Birch ertrinkt irgendwann in einem Waldsee.Bände 6, 7, 10
Björk, OttoChef der Polizei Ystad bis Juni 1994, wechselt danach nach Malmö ins Ausländerkommissariat. Björks Nachfolgerin wird Lisa Holgersson.Bände 1-5, 7, 9
Boman, GöranPolizei Kristianstad, bekannter Wallanders von FortbildungBände 1, 9
Brink, YlvaHebamme am Krankenhaus Ystad; außerdem Cousine und nächste Angehörige SvedbergsBände 6, 7
Brolin, AnetteStaatsanwältin im Distrikt Ystad, Stellvertreterin von Åkesson. One-Night-Stand Wallanders, wird später Anwältin.Bände 1, 2
EbbaRezeptionistin Polizei Ystad, gehört zum Inventar, ist mehr als 30 Jahre dabei und geht 1997 in Pension.Bände 1-7, 9
Edler, PeterEinsatzleiter der Feuerwehr Ystad; eine der Konstanten in Wallanders ErmittlungenBände 1, 3, 5, 9, 12
Ekholm, MatsPolizeipsychologe aus StockholmBände 5, 6
HamrénPolizeibeamter in Stockholm; unterstützt das Team in Ystad.Bände 5, 6
Hansson, OveKollege Wallanders bei der Polizei Ystad; Spieler, wettet bei Pferderennen. Im Sommer 1994 kommissarischer Polizeichef in YstadBände 1-10
Höglund, Ann-BrittKollegin Wallanders bei der Polizei Ystad. Wird im Herbst 1994 bei der Verfolgung der fünften Frau durch einen Bauchschuss schwer verletzt.Bände 4-8, 10
Holgersson, LisaChefin der Polizei Ystad, Nachfolgerin von Björk seit August 1994Bände 5-8, 10, 11
Liepa, BaibaGeliebte Kurt Wallanders von 1991 bis 1994; sie besucht ihn 2008 kurz vor ihrem Tod noch einmal.Bände 2-7, 12
Lindman, StefanKollege Wallanders bei der Polizei Ystad; Neuzugang aus Borås in 2001Bände 10, 11
Lovén, BertilMordkommission der Landespolizei in StockholmBände 2, 3
MartinssonEhrgeiziger junger Kollege Wallanders bei der Polizei Ystad; intrigiert gegen Wallander in Band 8. Martinsson quittiert den Dienst im letzten Roman.Bände 1-12
Näslund, ThomasKollege Wallanders bei der Polizei Ystad; lässt sich nach dem ersten Roman nach Visby versetzen.Bände 1, 9
NorénKollege Wallanders bei der Polizei Ystad; StreifenpolizistBände 1-5
Nyberg, SvenKriminaltechniker bei der Polizei Ystad; geht im Juli 2008 in Pension.Bände 3-12
PetersKollege Wallanders bei der Polizei Ystad; StreifenpolizistBände 1-4, 6, 9
Rydberg, EvertFreund, Vorbild und Kollege Wallanders bei der Polizei Ystad; Spezialist für Spurensuche. Er stirbt im Januar 1991 an Prostatakrebs, bleibt aber in allen Bänden in Wallanders Gedanken präsent.Bände 1, 9
Svedberg, Karl EvertKollege Wallanders bei der Polizei Ystad; gilt als besonders heimatverbunden und gewissenhaft. Wird im Sommer 1996 zu Beginn der Geschichte zum Mittsommermord umgebracht.Bände 1-7, 9
Wallander (ohne Vorname)Vater Kurt Wallanders; malt Sonnenuntergänge mit und ohne Auerhahn. Stirbt im Herbst 1994 an einem Schlaganfall.Bände 1-6, 9
Wallander, KristinaSchwester Kurt Wallanders, betreibt einen Damenfriseursalon in Stockholm.Bände 1-6, 9, 10
Wallander, Linda CarolineTochter und einziges Kind Kurt WallandersBände 1-8, 10-12
Wallander, MonaEx-Frau Kurt Wallanders, bereits zu Beginn der Romanserie geschiedenBände 1, 6, 7, 9, 12
Widen, StenRennpferdetrainer & Jugendfreund Wallanders; erkrankt 2000 an Lungenkrebs und stirbt ein Jahr später.Bände 1, 3, 4, 6-10

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Fußnoten:

*) Die Figur des Kurt Wallander war zwischen­zeit­lich so popu­lär in ganz Europa, dass es neben den Büchern Mankells ver­schie­dene Roman­verfil­mungen des Schwedi­schen Fern­sehens SVT und der briti­schen BBC gibt. Außer­dem gibt es eine inter­natio­nale Kopro­duktion mit dem Titel Mankells Wallander mit über dreißig Serien­folgen, die aller­dings mit den Roman­geschich­ten wenig zu tun haben. Seit Herbst 2020 streamt Netflix eine von den Roma­nen los­gelöste Serie mit dem Titel Der junge Wallander.

Aus der schwedischen SVT-Produktion stammt übrigens das Titel­bild dieser Seite: Es zeigt den schwedi­schen Schau­spieler Rolf Holger Lassgård in der Rolle des Kurt Wallan­der. Rolf ist mir mit Ab­stand der lieb­ste der ver­schie­denen Wallan­der-Dar­steller, denn seine äußere Erschei­nung kommt dem Bild, das ich beim Lesen der Romane im Kopf hatte, am nächsten.

Von dieser verein­zelten Bild­dar­stellung einmal abge­sehen beschränke ich mich im Text dieser Bio­grafie auf die Romane Mankells. Verfil­mungen spielen hier keine Rolle. Denn schließ­lich geht es auf diesen Web­seiten ja um lite­rari­sche Rezen­sionen. Wer sich also für andere Facet­ten des Kurt Wallan­der interes­siert, könnte viel­leicht seine Recher­che bei der Wiki­pedia beginnen.

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Vita ¦ Zeitschiene ¦ Personal ¦ Geburtstag

**) In Bezug auf das Geburts­datum Wallan­ders gibt es einige Wider­sprüche, obwohl sich die direk­teste und des­halb unmiss­verständ­lichste Angabe dazu bereits im ersten Band, Mörder ohne Gesicht, findet. Sie weist ohne den gering­sten Zwei­fel auf den 30. Januar 1947 hin:

„Man schreibt den 8. Januar 1990“ (Seite 6);
„Es ist der 8. Januar 1990.“ (Seite 11);
„obwohl er [Wallander] erst zweiundvierzig Jahre alt war.“ (Seite 22);
„Am 30. Januar wurde Kurt Wallander 43 Jahre alt.“ (Seite 299)

Widersprüche

Zumindest das Geburtsjahr 1947 scheint Henning Mankell Jahre später im Vor­wort zu Wallan­ders erster Fall zu bestä­tigen, also im nach­gescho­benen neunten Band, der über die Vor­geschich­te des Schweden­kommissars aufklä­ren soll:

„Was war mit Wallander, bevor die Roman­serie beginnt? Also […] vor dem  […] 8. Januar 1990.“ (Seite 10)
„Als Wallander das erste Mal auf meinen Buchseiten auftritt, ist er im dreiundvierzigsten Lebensjahr.“ (Seite 10)

Was aus diesen Zeilen und dem Roman-Prequel folgt: Am 8.1.1990 war der Kommis­sar also 42. 21 Jahre zuvor, am 8.1.1969 muss er dem­nach bereits 21 Jahre alt gewe­sen sein. Kein halbes Jahr später, näm­lich am Frei­tag, den 13. Juni 1969, wäre Wallan­der um ein Haar bei einer Messer­attacke getötet worden. An diesem Tag war er angabe­gemäß eben­falls 21 noch Jahre alt. (Die exakte Zeit­rechnung zu Wallan­ders Schwer­verlet­zung geht Schritt für Schritt, Tag für Tag aus den Roman­seiten 15, 63, 86, 91, 115, 116 und 124 von Wallan­ders erster Fall hervor.)
All diese Daten aus Band neun lassen keinen ande­ren Schluss zu, als dass Wallan­der nach dem 13. Juni 1947 aber vor dem 8. Januar 1948 gebo­ren wurde. Das passt lei­der nicht mehr zum 30. Januar 1947 aus Band 1.

Wurde er womöglich doch erst 1948 geboren?

In mindestens zwei der Folge­bände lassen Text­passa­gen ent­weder auf das Geburts­jahr 1948 oder wenigstens auf einen Geburts­tag nach September 1947 schließen:

„Es war Viertel vor vier am Nachmittag des 24. April 1992“ (Die weiße Löwin, Seite 27)
„Kurt Wallander war 44 Jahre alt.“ (Die weiße Löwin, Seite 27)

„Als Wallander am Donnerstag [den 29. September 1994] erwachte, fühlte er sich ausgeruht.“ (Die fünfte Frau, Seite 69)
„Er war bald siebenundvierzig.“ (Die fünfte Frau, Seite 69)

Auch diese beiden Quellen stehen im Wider­spruch zum Januar 1947. Sie grenzen den Zeit­raum für Wallan­ders Geburts­tag auf Oktober bis Dezember 1947, oder maxi­mal bis in die erste Januar­woche 1948 ein.

Vielleicht lag Wallanders Geburtstag also im November 1947?

Im achten Roman­band, Die Brand­mauer, kommt der Autor noch­mals sehr kurz auf das Geburts­tags­datum zurück. Erneut im klaren Wider­spruch zum ersten Band spricht Wallan­der im Oktober 1997 in einem Halb­satz über seinen Geburts­tag im November 1947:

„Er wäre bald fünfzig geworden, sagte Hansson [über Svedberg zu Wallander]. Wann bist du dran?“
„Nächsten Monat.“ (Die Brandmauer, Seite 240)

Eine weitere Randnotiz Mankells im neunten Band könnte den Geburtstag im November 1947 bestätigen:

„Am Morgen des 11. Dezember [1989] wachte Wallander kurz nach sechs Uhr auf.“ (Wallanders erster Fall, Seite 300)
„Ich bin gerade zweiundvierzig geworden.“ (Wallanders erster Fall, Seite 310)

1948!

Im sehr ausführ­lichen Nach­wort zu seinem elf­ten Roman merkt Mankell dazu expli­zit und im Wider­spruch zu vielen vor­heri­gen Hin­weisen an, ohne jedoch konkre­ter zu werden:

„Und ich gab ihm das gleiche Geburts­jahr, das ich habe, 1948. (Auch wenn Pedan­ten meinen, dass dies nicht in allen Büchern über­ein­stimmt. Sicher­lich nicht, möchte ich sagen. Aber was stimmt schon im Leben?)“
(Mord im Herbst, Seite 126)

Der zwölfte und letzte Band bringt leider auch keine Klar­heit. Ledig­lich ein paar vage Anga­ben lassen das Geburts­jahr 1948 zumindest nicht unmög­lich scheinen, auch wenn der November 1947 danach eben­falls eine Option dar­stellt:

„Wallander war zu diesem Zeitpunkt, im April [2008], noch nicht wieder an seine Arbeit zurückgekehrt.“ (Seite 78)
„Ich bin sechzig, sagte Wallander.“ (Seite 82)

Konsequenz in Sachen roman­über­grei­fender Termine und Details ist nun wahr­lich nicht Mankells Stärke. Wir müssen eben mit einigen Un­stimmig­keiten zwischen den Serien­bänden klar­kommen. Sollen doch die Roman­leser­¦innen Wallan­ders Geburts­tag feiern, wann sie wollen. Roman­figuren haben schließ­lich keinen Geburts­schein.

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