
In den Lesejahren meiner Jugend war Stanisław Lem einer der hellsten Sterne an meinem literarischen Firmament. In den 1970er Jahren habe ich mit Begeisterung alles verschlungen, was ich von ihm in die Hände bekam. Jetzt habe ich eine Neuauflage seiner Sterntagebücher geschenkt bekommen. Denn der Suhrkamp Verlag hat vor wenigen Jahren zum hundertsten Geburtstag des polnischen Schriftstellers und Philosophen eine stark überarbeitete deutsche Fassung des polnischen Originals aus dem Jahr 1957 herausgebracht. Sie enthält nicht nur drei bislang unveröffentliche Reiseberichte, sondern auch Originalillustrationen Lems. Ich war wirklich gespannt, ob ich mich als mehrfacher Großvater mit der gleichen Leidenschaft wie als Teenager durch die Lem-Geschichten ackern würde. Oder ob meine Lektüre eher in eine Art frustriertes Waten durch aus der Zeit gefallene Texte ausarten sollte. So wie etwa bei den ollen Karl Mays. Geschmack ändert sich über die Jahre, nicht wahr, Mesch’schurs?
Worum es geht
Die Sterntagebücher sind eine Sammlung satirischer Reiseberichte des galaktischen Abenteurers Ijon Tichy. In humorigen Episoden berichtet dieser Tichy von seinen absurden Erlebnissen auf fremden Planeten und in fernen Sternensystemen. Der Autor nutzt die Geschichten, um menschliche Schwächen, gesellschaftliche Strukturen und technologische Entwicklungen zu hinterfragen. Dabei bringt er Themen wie Bürokratie, Religion, Krieg, oder Zeitreisen auf parodistische Weise ins Spiel.



