
Greasy Lake und andere Kurzgeschichten lautet der Titel des zweiten Erzählbandes des US-Schriftstellers T. C. Boyle. Das englische Original wurde 1985 mit fünfzehn Geschichten veröffentlicht; zwischen den beiden Romanen Grün ist die Hoffnung und World’s End. Die erste deutsche Übersetzung erschien acht Jahre nach dem amerikanischen Original im Deutschen Taschenbuchverlag. Drei Jahrzehnte danach hat der Carl Hanser Verlag – mittlerweile und seit vielen Jahren Boyles deutscher Stammverlag – die letzte Neuauflage von Greasy Lake mit dem hier abgebildeten nüchternen Buchcover und nur vierzehn Erzählungen herausgebracht. The Hector Quesadilla Story über einen alternden Baseballspieler hat es nicht in diese Ausgabe geschafft.
Im Vergleich zu den späteren Erzählbänden Boyles fällt der wilde Stilmix der Erzählungen auf. Von Jugendsünden der Sechzigerjahre, über mehrere biografische, oder besser gesagt pseudobiografische Geschichten, eine Parodie auf Krimis à la Agatha Christie, verschiedene Beziehungsdramen, zwei Erzählungen über den damaligen US-Angstgegner UdSSR, bis zu einem metaphorisch verschlüsselten, rätselhaften Text über das sexuelle Erwachen eines Teenagers ist alles dabei. Man hat das Gefühl, der Autor befand sich in einer Phase des Experimentierens. In späteren Jahrzehnten fand Boyle einige zentrale Lieblingsthemen, auf die er sich dann häufiger konzentrierte.



