Komplette Liste aller Rezensionen seit 2002
Auf der Suche nach Lese­stoff? Hier findest Du Buch­be­sprechun­gen mit An­spruch aber ohne Allü­ren. Ich schreibe meist über bel­le­tris­tische Titel; über solche, die mir ge­fallen oder auch mal nicht ge­fallen haben; manchmal Main­stream, manchmal ab­seits der aus­ge­tre­tenen Pfade. (Per­sön­liche Empfeh­lungen und ein paar Worte zu diesem Projekt gibt’s ganz unten auf dieser Seite.)

Mittsommermord

Henning Mankell, Mittsommermord, 2000
Henning Mankell, 2000

Mittsommermord ist der siebte Roman der Krimiserie um den schwedischen Kult-Kommissar Kurt Wallander. Nach der fünften Frau und der falschen Fährte ist dies die dritte Folge hintereinander, in der Wallander hinter einem Serienmörder her ist. Diesmal ist die Jagd noch schwieriger als in den beiden anderen Fällen, da die Opfer des Killers so gar nichts miteinander zu tun haben. Nur einer der Polizeiermittler in Ystad schien einem Verdächtigen nah auf den Fersen gewesen zu sein: Svedberg. Aber der wird ebenfalls zu Beginn der Geschichte ermordet.

Ja, es wird einsam um Wallander. Nach seinem ersten Ermittlungserfolg starb sein Kollege und Vertrauter Rydberg an Krebs. In Band sechs erlag der Vater des Kommissars einem Schlaganfall. Nun wird also noch der Kollege Svedberg getötet. Hinzu kommt, dass Wallanders romantische Gefährtin, Baiba Liepa aus Riga, mit der er seit dem zweiten Roman techtelmechtelte, genug von der Fernbeziehung hat und die Sache beendet.

„Ohne dass einer von ihnen es offen aussprach, wußten sie, daß ihre Beziehung zu Ende ging. Nach vier Jahren gab es keine Wege mehr, die in die Zukunft führten.“ (Seite 31)

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Die fünfte Frau

Henning Mankell, Die fünfte Frau, 1998
Henning Mankell, 1998

Der sechste von insgesamt zwölf Wallanderromanen trägt den Titel Die fünfte Frau. Die Geschichte handelt im Herbst des Jahres 1994. Henning Mankell hat diese Folge eng an die Handlung des vorangegangenen Bandes, Die falsche Fährte, geknüpft: Im Sommer ’94 hatte Kurt Wallander die „falsche Fährte“ verlassen und konnte einen vierfachen Serienmord aufklären. Danach macht er Urlaub mit seiner romantischen Partnerin Baiba und fährt im Anschluss mit seinem Vater für ein paar Tage nach Rom. Direkt nach seiner Rückkehr aus der Ewigen Stadt wird der Kommissar in den Strudel einer weiteren Mordserie gezogen. Ein skrupelloser Killer beginnt im September ’94, scheinbar unbescholtene Männer zu töten. – Zwei Romane, die im gleichen Jahr handeln und die das gleiche Thema reflektieren: Rache und Selbstjustiz.

Fast macht es den Eindruck, als habe der Autor das Romanthema nicht in einem Band abschließen können. Die fünfte Frau wirkt nicht nur wegen des unmittelbaren zeitlichen Anschlusses wie eine Verlängerung der falschen Fährte. In vielerlei Hinsicht macht der sechste Wallanderroman auf mich den Eindruck einer ganz besonders exemplarischen Folge der Geschichten um den schwedischen Kult-Polizisten aus Ystad.

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Die falsche Fährte

Die falsche Fährte, Henning Mankell, 1999
Henning Mankell, 1999

Im fünften der Wallander-Romane führt Schwedenkrimi-Guru Henning Mankell seinen Helden auf Die falsche Fährte. Nach dem voran gegangenen Feldzug gegen den Mann, der lächelte bekommt es Kurt Wallander diesmal mit einem blutrünstigen und gnadenlosen Serienmörder zu tun. Der Killer mordet mit Axt und skalpiert seine Opfer an- oder abschließend. Erstmals lässt der Autor seine Geschichte nicht in grauem Wintereis sondern im schonischen Hochsommer stattfinden. Außerdem präsentiert er der Leserschaft ganz nebenbei das erfolgreiche Abschneiden der schwedischen Nationalelf an der Fußballweltmeisterschaft 1994. Auch wenn Wallander so gar nichts für den Fußball übrig hat.

Es ist erfreulich, dass Henning Mankell in seinem fünften Band wieder zum Rezept zurückfindet, mit dem er den Einstand in die Serie zum Erfolg gemacht hatte: ein verantwortungsbewusster, hartnäckiger Kommissar, der mit einer Mischung aus handwerklicher Ermittlungsarbeit und Bauchgefühl einen Schritt nach dem anderen geht. Auf der Basis dieser Grundausstattung arbeiten sich Autor und Protagonist durch eine zunächst unergründlich scheinende Sachlage, feiern den Erfolg der kleinen Schritte, solange bis sich irgendwann endlich der Nebel lichtet und die Ermittlungen abgeschlossen werden können.

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