Backflash Zufallsrezension: Jeden Sonntag eine neu & zufällig ausgewählte Buchbesprechung aus der Vergangenheit — Gute Bücher altern nicht!
Auf der Suche nach Lesestoff? Hier findest Du Buchbesprechungen mit Anspruch aber ohne Allüren. Ich schreibe meist über belletristische Titel; über solche, die mir gefallen oder auch mal nicht gefallen haben; manchmal Mainstream, manchmal abseits der ausgetretenen Pfade. (Persönliche Empfehlungen und ein paar Worte zu diesem Projekt gibt’s ganz unten auf dieser Seite.)

Der Delphi Code

Thomas Pyczak, Der Delphi Code, 2020
Thomas Pyczak, 2020

In seinem Roman Der Delphi Code erzählt der Autor Thomas Pyczak die Geschichte eines EDV-Programmes, das Menschen bei der Wahl ihrer Partner helfen soll. Dieses Programm trägt den Namen „Delphi Code“. Es bezieht sich damit auf das berühmte historische Orakel von Delphi. Nur dass die damalige Seherin von Delphi samt ihrer Priesterschar in der modernen Version des Roman-Orakels ersetzt wurde durch einen Programmcode. Dieser Code soll sich durch Einsatz von Techniken der Künstlichen Intelligenz ständig selbst verbessern, ohne dass es für diese Weiterentwicklung noch Programmierer bräuchte. Ein selbst lernendes und dadurch unschlagbares Programm zur Partnervermittlung also!

Thomas Pyczak ist Schriftsteller und strategischer Storyteller, versteht also etwas von der Kunst des Erzählens. Der Delphi Code ist sein vierter Roman nach Starnberg. Marrakesch. Starnberg. (2016), Ende der Welt (2016) und Nachtigall (2017). Seine Romane hat der Autor alle im Selbstverlag herausgegeben.

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Ankündigung: Der Engel von München

Historischer Roman über Geli Raubal, Hitlers NichteDer italienische Schriftsteller Fabiano Massimi hat im Januar 2020 einen historischen Roman mit dem Titel L’angelo di Monaco veröffentlicht, der südlich der Alpen sofort die Bestsellerlisten stürmte. Eine spanische Übersetzung mit dem Titel El ángel de Múnich erschien Anfang Juli. Sie wurde ebenso begeistert aufgenommen wie das Original in Italien. Meine Anfrage an verschiedene Verlage allerdings, ob denn ein deutscher „Engel von München“ geplant sei, wurde lediglich vom Knaur Verlag überhaupt beantwortet: Nein, da sei nichts in Planung. Hat die Zurückhaltung der Deutschen vielleicht damit zu tun, dass der Roman auf dem Leben von Adolf Hitlers Nichte Geli Raubal aufbaut? Ist das ein Thema, mit dem wir hier lieber nichts zu tun haben wollen?

In deutschen Online-Portalen konnte ich inzwischen zumindest die spanische Romanversion finden, die man für den 20. Oktober 2020 vorbestellen kann. Das italienische Original konnte ich hierzulande bisher gar nicht finden. – Da das alles sehr unbefriedigend ist, besorge ich mir jetzt El ángel de Múnich direkt in Spanien.

Ich rechne damit, bis Ende des Monats eine Buchbesprechung hier veröffentlichen zu können;
[Nachtrag, 31.07.2020:] Heute habe ich die angekündigte Buchbesprechung veröffentlicht; für all diejenigen nämlich, die wissen wollen, was unsere europäischen Nachbarn so sehr fasziniert, dass sie die Erstauflagen längst aufgekauft haben.

Fabiano Massimi, El ángel de Múnich
Alfaguara Verlag, 2020

Worum geht es im Engel von München?

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Georg-Büchner-Preis 2020

Elke Erb, ausgezeichnet mit dem Georg-Büchner-Preis 2020
Elke Erb, 2020

Die Schriftstellerin und Übersetzerin Elke Erb (82) erhält in diesem Jahr den Georg-Büchner-Preis, den wichtigsten deutschen Literaturpreis. Die Jury würdigt damit Erbs „unverwechselbares und eigenständiges schriftstellerisches Lebenswerk, dessen Anfänge 1975 in der DDR lagen und das sich nach deren Ende unbeirrt bis in die Gegenwart fortsetzt“. Es gelinge ihr, „Freiheit und Wendigkeit der Gedanken in der Sprache zu verwirklichen, indem sie sie herausfordert, auslockert, präzisiert, ja korrigiert“.

Herzlichen Glückwunsch, Frau Erb!

Die Preisträgerin ist seit der erstmaligen Verleihung des Georg-Büchner-Preises im Jahr 1951 die elfte Frau, die ausgezeichnet wurde. Für diejenigen, die mit Frau Erb und ihrem Werk nicht vertraut sind: Sehr viel Wissenswertes über die „Poetin mit dem gniggernden Lachen“ kann man bei der TAZ nachlesen.

Elke Erb blickt auf eine lange Liste von Veröffentlichungen zurück: Fast dreißig Titel seit 1975. Im Jahr 2019 veröffentlichte die Poetin ihr bislang letztes Werk, ein Gedichtband mit dem Titel Gedichtverdacht:

Das leuchtet ein
Der kluge Blick (auf etwas hinunter – textwärts)
und der gütige – sie sind zum Verwechseln ähnlich.
Leuchtet ein!
~ datiert 20.6.14, Gedichtverdacht, Seite 38 ~

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