Komplette Liste aller Rezensionen seit 2002
Auf der Su­che nach Lese­stoff? Hier fin­dest Du Buch­be­spre­chun­gen mit An­spruch aber oh­ne Al­lü­ren. Ich schrei­be meist über bel­le­tris­ti­sche Ti­tel; über sol­che, die mir ge­fal­len oder auch mal nicht ge­fal­len ha­ben; manch­mal Main­stream, manch­mal ab­seits der aus­ge­tre­te­nen Pfa­de. (Per­sön­li­che Emp­feh­lun­gen und ein paar Wor­te zu die­sem Pro­jekt gibt’s ganz un­ten auf die­ser Sei­te.)

Schöne Neue Welt

Aldous Huxley, Schöne Neue Welt, 2020
Aldous Huxley, 2020

Die Erstauflage von Al­dous Hux­leys Klas­si­ker Schöne Neue Welt wur­de im Jahr 1932 auf eng­lisch ver­öf­fent­licht. Die Li­te­ra­tur­in­sti­tu­tion Mo­dern Li­bra­ry wähl­te den Ro­man 1998 auf Platz fünf der bes­ten eng­lisch­spra­chi­gen Ro­ma­ne des 20. Jahr­hun­derts. Der an­de­re gro­ße dys­to­pi­sche Klas­si­ker der Epo­che, 1984 von Geor­ge Or­well, er­schien sieb­zehn Jah­re spä­ter und be­legt Platz 13 die­ser Bes­ten­lis­te. Wer so wie ich die Brave New World noch in einer zer­schlis­se­nen Schul­aus­ga­be im Re­gal ste­hen hat, wird sich wahr­schein­lich über die in einer Son­der­aus­ga­be er­schie­ne­nen präch­tig auf­ge­mach­ten und il­lus­trier­ten Neu­auf­la­ge in deut­scher Spra­che und in klas­si­scher Fa­den­hef­tung freu­en. Eine Aus­ga­be für die Ewig­keit.

Der Ti­tel der Er­zäh­lung be­zieht sich übri­gens auf Wil­liam Sha­kes­pea­res Büh­nen­dra­ma Der Sturm und reiht sich so­mit naht­los an mei­ne vor­an­ge­gan­ge­nen Buch­be­spre­chung von Mar­ga­ret At­woods He­xen­saat an.

„O, Wun­der! Wie vie­le herr­li­che Ge­schöp­fe es hier gibt! Wie schön der Mensch ist! O schö­ne neue Welt, die sol­che Bür­ger trägt!“
(Miran­da, als sie auf ih­rer ein­sa­men In­sel die Be­kannt­schaft der Schiff­brü­chi­gen macht)

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Weltbuchtag 2022

Weltbuchtag: Diada de Sant Jordi
Der Georgstag ist Weltbuchtag

La Diada de Sant Jordi (ka­ta­la­nisch) | el Día de San Jorge (kas­ti­lisch) | der Fei­er­tag des Hei­li­gen Georg wird in Ka­ta­lo­nien als Tag seines Schutz­pa­trons, des Hei­li­gen Ge­orgs von Kap­pa­do­kien, des he­roi­schen Dra­chen­tö­ters* und christ­li­chen Schutz­hei­li­gen, am 23. April je­den Jah­res ge­fei­ert. Der 23. April 303 gilt näm­lich als Tag der Fol­te­rung und Hin­rich­tung Ge­orgs von Kap­pa­do­kien.

Der re­li­giö­se Ge­denk­tag fällt mitt­ler­wei­le zu­sam­men mit dem Dia del Llibre i la Fira de les Roses (ka­ta­la­nisch) | Tag des Bu­ches und Fest der Ro­sen. Das Da­tum wird in Ka­ta­lo­nien als Tag der Ver­lieb­ten be­gan­gen. Schon im 15. Jahr­hun­dert war es Brauch, der Herz­da­me eine Ro­se zu schen­ken, „ver­mella com la sang“ (ka­ta­la­nisch) | „rot wie das Blut“.
Seit Ende der Neun­zehn­hun­dert­zwan­zi­ger­jah­re be­gan­nen die Da­men da­mit, sich für Ro­sen bei ih­ren Rit­tern mit Buch­ge­schen­ken zu re­van­chie­ren. Im Jahr 1930 leg­te die Cambra del Llibre de Cata­lunya, eine Un­ter­neh­mer­ver­eini­gung von He­raus­ge­bern, Dru­ckern und Buch­händ­lern, schließ­lich den 23. April als Ge­denk­tag des Bu­ches fest. Das Da­tum fällt auf die To­des­ta­ge von Sha­kes­pea­re und Cer­van­tes** und ist außer­dem Ge­burts- oder Ster­be­tag meh­re­rer wei­te­rer welt­weit be­kann­ter Schrift­stel­ler.

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Hexensaat

Margaret Atwood, Hexensaat, 2018
Margaret Atwood, 2018

Im Jahr 2013 kün­dig­te Mar­ga­ret At­wood an, im Rah­men des Ho­garth-Sha­kes­pea­re-Pro­jekts einen Bei­trag zu lie­fern. Drei Jah­re spä­ter er­schien der Ro­man Hag-Seed der ka­na­di­schen Schrift­stel­lerin, zwei Jah­re da­nach wur­de die deut­sche Über­set­zung un­ter dem Ti­tel Hexensaat auf­ge­legt. Da­rin er­zählt At­wood die Ge­schich­te des Thea­ter­re­gis­seurs Fe­lix, eines ge­fei­er­ten Stars, der je­doch den In­tri­gen sei­nes engs­ten Mit­ar­bei­ters zum Op­fer fällt und sich zu­rück­zieht. Zwölf Jah­re spä­ter sorgt das Schick­sal da­für, dass Fe­lix Ge­le­gen­heit zur Ra­che be­kommt. Die Ro­man­ge­schich­te ist eine Adap­tion des Büh­nen­dra­mas Der Sturm von Will­iam Sha­kes­pea­re.

Bei Sha­kes­pea­re wur­de der Mai­län­der Her­zog Pros­pe­ro von sei­nem Bru­der An­to­nio hin­ter­gan­gen und ent­mach­tet. Seit­her lebt er mit sei­ner Toch­ter Mi­ran­da auf einer ein­sa­men In­sel. Als sei­ne Fein­de Jah­re spä­ter mit dem Schiff an der In­sel vor­bei­kom­men, ent­fes­selt Pros­pe­ro mit Zau­ber­kraft einen Sturm und lässt das Schiff mit dem Kö­nig von Nea­pel, des­sen Sohn und sei­nem eige­nen Bru­der, der ihn einst ver­ra­ten hat­te, auf der In­sel stran­den. Ra­che ist Blut­wurst!

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