Flashback Zufallsrezension: Jeden Sonntag eine neu & zufällig ausgewählte Buchbesprechung aus der Vergangenheit — Gute Bücher altern nicht!
Auf der Su­che nach Lese­stoff? Hier fin­dest Du Buch­be­spre­chun­gen mit An­spruch aber oh­ne Al­lü­ren. Ich schrei­be meist über bel­le­tris­ti­sche Ti­tel; über sol­che, die mir ge­fal­len oder auch mal nicht ge­fal­len ha­ben; manch­mal Main­stream, manch­mal ab­seits der aus­ge­tre­te­nen Pfa­de. (Per­sön­li­che Emp­feh­lun­gen und ein paar Wor­te zu die­sem Pro­jekt gibt’s ganz un­ten auf die­ser Sei­te.)

Achtsam morden im Hier und Jetzt

Karsten Dusse, Achtsam morden im Hier und Jetzt, 2022
Karsten Dusse, 2022

Zum Ersten, zum Zwei­ten, zum Drit­ten … und ja, jetzt auch zum Vier­ten: Achtsam morden im Hier und Jetzt ist der vier­te Teil der Ge­schich­te um den Rechts­an­walt Björn Die­mel. Der hat­te sei­ne Kar­rie­re als spi­ri­tu­ell qua­li­fi­zier­ter Mör­der erst drei Jah­re zu­vor in Kars­ten Dus­ses ers­tem Ro­man mit dem Ti­tel Acht­sam mor­den be­gon­nen. In al­len frü­he­ren Bän­den hat­te hin­ter Die­mel stets der fik­ti­ve Acht­sam­keits­gu­ru Josch­ka Breit­ner die zwei­te Gei­ge ge­spielt. Nun rü­cken Breit­ner, sein Ta­ge­buch aus längst vergessener Zeit und sei­ne Ver­gan­gen­heit als Bhag­wan­jün­ger der ers­ten Stun­de pro­mi­nent in den Vor­der­grund der Ge­schich­te.

Natürlich hat es auch Teil vier der Erzählung über den kriminellen Juristen mit Hang zur Achtsamkeit wieder an die Spitze der Verkaufsränge des deutschen Buchhandels geschafft. Inzwischen gehört Autor Dusse zum literarischen Establishment. Seine Romane wurden bislang in neunzehn Sprachen übersetzt. Es gibt eine Netflix-Serie und eine Bühnenbearbeitung von Bernd Schmidt, beide mit dem Titel Achtsam morden. Dusses Arbeit wurde mit dem Deutschen Fernsehpreis, dem Deutschen Comedypreis und dem Deutschen Hörbuchpreis ausgezeichnet.

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T. C. Boyle im ZEITmagazin

T. C. Boyle im ZEITmagazin MANN, 1/2022
ZEITmagazin MANN, Ausgabe 1/2022

Für die ers­te Aus­ga­be des ZEIT­maga­zin MANN im Jahr 2022 hat Chris­toph Amend im Feb­ruar mit dem ka­li­for­ni­schen Ro­man­cier T. C. Boyle (73) in des­sen Zu­hau­se bei San­ta Bar­ba­ra ein Ge­spräch ge­führt, das auf fünf Bild- und vier­ein­halb Text­sei­ten ab­ge­druckt wurde.

„Der Schrift­steller über Klima­wandel, Drogen und 48 Jahre Ehe“

So lau­tet der Unter­ti­tel zum Inter­view auf dem Maga­zin­co­ver. Der Text, der uns erwar­tet, ist kein Frage- und Ant­wort­spiel, also kein klas­si­sches Inter­view. Viel­mehr hat Amend das Gespräch in einen Fließ­text gepackt, der viele kleine Details aus dem Leben Boy­les wie­der­gibt, die kei­nem chro­nolo­gi­schen Ablauf fol­gen. Die Bebil­de­rung besteht aus fünf ganz­sei­ti­gen Foto­gra­fien, auf denen der Schrift­stel­ler Klei­dung und Acces­soi­res ver­schie­de­ner bekann­ter Mode­mar­ken trägt – klas­si­sches Pro­duct Pla­ce­ment also, möchte man sagen.

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Deutscher Buchpreis 2022

Deutscher Buchpreis 2022 für Kim de l'Horizon
Kim de l’Horizon 2022

Der mit 25.000 Euro do­tier­te Preis des Deut­schen Buch­han­dels geht die­ses Jahr an eine Schwei­zer gen­der­flu­ide, nicht­bi­nä­re Per­son, die un­ter dem Pseu­do­nym Kim de l’Horizon (30) schreibt. Sie er­hält den Preis für ih­ren Erst­lings­ro­man Blutbuch. Die Ver­lei­hung des Prei­ses wur­de am Mon­tag der ver­gan­ge­nen Wo­che im Kai­ser­saal des Frank­fur­ter Rö­mers zum Auf­takt der jähr­li­chen Buch­mes­se be­kannt ge­ge­ben.

Deutscher Buchpreis 2022 – Die Begründung der Jury zu ihrer Wahl lautete:

„Mit einer enor­men krea­ti­ven Ener­gie sucht die non-bi­nä­re Er­zähl­fi­gur in Kim de l’Ho­ri­zons Ro­man Blut­buch nach einer eige­nen Spra­che. Wel­che Nar­ra­ti­ve gibt es für einen Kör­per, der sich den her­kömm­li­chen Vor­stel­lun­gen von Ge­schlecht ent­zieht?
Fix­punkt des Er­zäh­lens ist die eige­ne Groß­mut­ter, die ‚Groß­meer‘ im Bern­deut­schen, in de­ren Oze­an das Kind Kim zu er­trin­ken droh­te und aus dem es sich jetzt schrei­bend frei­schwimmt.
Die Ro­man­form ist da­bei in ste­ter Be­we­gung. Je­der Sprach­ver­such, von der plas­ti­schen Sze­ne bis zum es­say­ar­ti­gen Me­moir, ent­fal­tet eine Dring­lich­keit und li­te­ra­ri­sche In­no­va­tions­kraft, von der sich die Ju­ry pro­vo­zie­ren und be­geis­tern ließ.

Im vergangenen Jahr war der Deutsche Buchpreis an die Potsdamer Schriftstellerin Antje Rávik Strubel gegangen.

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