Komplette Liste aller Rezensionen seit 2002
Auf der Suche nach Lesestoff? Hier findest Du Buchbesprechungen mit Anspruch aber ohne Allüren. Ich schreibe meist über belletristische Titel; über solche, die mir gefallen oder auch mal nicht gefallen haben; manchmal Mainstream, manchmal abseits der ausgetretenen Pfade. (Persönliche Empfehlungen und ein paar Worte zu diesem Projekt gibt’s ganz unten auf dieser Seite.)

Harry Potter und der Halbblutprinz

Harry Potter and the Half-Blood Prince
Joanne K. Rowling, 2005

Die Erwartungshaltung unter den Fans der Romanserie ist enorm, der Run auf die Verkaufsregale schlägt alle Rekorde. Allein schon am ersten Tag wurden in den USA 6,9 Millionen Bände der sechsten und voraussichtlich vorletzten Folge abgesetzt, in Großbritannien weitere zwei Millionen. Das literarische Phänomen setzt die Autorin Joanne Rowling unter Druck. Ist es ihr mit Harry Potter und der Halbblutprinz gelungen, die gespannte Leserschaft erneut in den Bann der Geschichte um den heranwachsenden Zauberer Harry Potter zu ziehen?

Bemüht hat sie sich ohne Zweifel. Zumindest zu Beginn durchbricht sie das Handlungsmuster, das nach fünf Bänden langweilig zu werden drohte. Statt der üblichen Einleitung aus dem Hause der Dursleys, in dem der Protagonist gelangweilt auf den Beginn des Schuljahres wartet, lässt Rowling diesmal den neuen Minister für Zauberei beim britischen Premier – unverkennbar Tony Blair – vorsprechen. Grund dafür sind Anschläge in der Welt der nicht-magischen Muggel, die der Bösewicht Voldemort zu verantworten hat. – Ein deutlicher Versuch, die Romanhandlung in das ganz reale, aktuelle Klima der Bedrohung durch islamistische Terrorgruppen einzuweben.

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Sakrileg

Sakrileg
Dan Brown, 2003

Im englischen Original lautet der Titel von Dan Browns Bestseller The Da Vinci Code. Damit nimmt der Autor Bezug auf ein zentrales Thema seines Thrillers. Der deutsche Romantitel hingegen nennt beim Namen, welche Reaktion Brown mit der Kernthese seiner Geschichte ausgelöst hat: Als „Sakrileg“ betrachten manche Christen die gewagte Unterstellung einer intimen Beziehung zwischen dem historischen Jesus Christus und Maria Magdalena. Den Verkaufszahlen des Buches kommt der Streit zwischen den Lagern zu Gute. In den vergangenen Wochen stand Sakrileg über Wochen an der Spitze der Bestsellerlisten in Deutschland.

Vier Jahre nach Angels And Demons, das in der deutschen Übersetzung unter dem Titel Illuminati erschien, veröffentlichte Dan Brown die Fortsetzung der Erlebnisse seines Helden Robert Langdon. Wie bereits in der Rezension zu Illuminati im Detail beschrieben wurde, wirkt der Vorgängerroman wie ein Entwurf für Sakrileg. Sehr wahrscheinlich stimmen mir viele Leser zu, die beide Bücher kennen: Die zweite Geschichte wirkt zumindest in Bezug auf Stimmigkeit und Überzeugungskraft des Plots ausgewogener und gelungener. Weniger Anleihen bei James Bond und Indiana Jones erhöhen Realitätsbezug und Wahrscheinlichkeit der Handlung im Vergleich zu Illuminati deutlich. Auch wenn der Autor seinen Protagonisten in den ersten Abschnitten des zweiten Romans augenzwinkernd als „Harrison Ford in Harris Tweed“ beschreibt.

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Tintenherz

Tintenherz
Cornelia Funke, 2003

Es gibt wenige Bücher, die für Kinder geschrieben wurden, aber Erwachsene ebenso in ihren Bann ziehen. Das erste in meiner kurzen Liste war Michael Endes Geschichte von Jim Knopf und Lukas, dem Lokomotivführer, das vor fünfundvierzig Jahren publiziert wurde. Das neuste ist für mich nun seit ein paar Tagen Tintenherz von Cornelia Funke: ein zauberhaftes Buch über den Zauber, den Bücher ausüben können, das jedem Büchernarren wärmstens zu empfehlen ist; egal ob er nun acht oder achtundachtzig Jahre alt ist.

Worum es in der Erzählung geht: Meggie Folchart ist zwölf Jahre alt und lebt mit Ihrem Vater „Mo“ Mortimer, einem Buchbinder, auf einem heruntergekommenen Hof. Die Mutter war neun Jahre zuvor „fortgegangen“.

Tintenherz – Ein kleines bisschen über die Handlung

Von ihrem Vater hat das Meggie die Liebe zu Büchern übernommen. All die Geschichten, die zwischen zwei Buchrücken stecken, sind Meggie Trost oder Anregung in allen Lagen des Lebens. Als eines Abends der zwielichtige Staubfinger auftaucht, werden Meggie und Mo in einen Strudel sich überschlagender Ereignisse gezogen. Die drei fliehen vor dem ominösen Bösewicht Capricorn in Richtung Süden – wahrscheinlich nach Italien. Sie finden Zuflucht bei Meggies Großtante Elinor Loredan, die zurückgezogen auf ihrem Landsitz inmitten einer riesigen Bibliothek lebt.

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