Komplette Liste aller Rezensionen seit 2002
Auf der Su­che nach Lese­stoff? Hier fin­dest Du Buch­be­spre­chun­gen mit An­spruch aber oh­ne Al­lü­ren. Ich schrei­be meist über bel­le­tris­ti­sche Ti­tel; über sol­che, die mir ge­fal­len oder auch mal nicht ge­fal­len ha­ben; manch­mal Main­stream, manch­mal ab­seits der aus­ge­tre­te­nen Pfa­de. (Per­sön­li­che Emp­feh­lun­gen und ein paar Wor­te zu die­sem Pro­jekt gibt’s ganz un­ten auf die­ser Sei­te.)

Anny Bunny

Nina Casement, Anny Bunny, 2023
Nina Casement, 2023

Anny Bunny ist die zehnte Veröffentlichung einer Autorin, die unter dem Pseudonym Nina Casement schreibt. Casement ist Mitte dreißig, stammt aus dem Rheinland, ist studierte Naturwissenschaftlerin und hat bislang eine breite Palette literarischer Genres bedient. In ihrem jüngsten Roman beschäftigt sie sich mit Grenzbereichen der Sexualität. Ihre Pro­ta­go­nis­tin Anna Schneider berichtet in tagebuchartigen Sequenzen über sechzehn Jahre hinweg, zwischen 2003 und 2019, über ihren Versuch, in der knallharten Branche der Pornoindustrie zu Geld zu kommen und dabei nicht auf der Strecke zu bleiben.

Um ein Haar hätte ich verschwiegen, dass nicht nur Anna in dieses Tagebuch schreibt. Immer wieder zwischendurch meldet sich unangekündigt ein gewisser Phillip zu Wort. Seine sporadischen Einschübe haben überhaupt nichts mit dem Erzählstrang Annas zu tun, eine Verbindung zwischen den beiden scheint nicht zu bestehen. Aber da muss doch irgendetwas im Busch sein, oder?

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Achtsam morden im Hier und Jetzt

Karsten Dusse, Achtsam morden im Hier und Jetzt, 2022
Karsten Dusse, 2022

Zum Ersten, zum Zwei­ten, zum Drit­ten … und ja, jetzt auch zum Vier­ten: Achtsam morden im Hier und Jetzt ist der vier­te Teil der Ge­schich­te um den Rechts­an­walt Björn Die­mel. Der hat­te sei­ne Kar­rie­re als spi­ri­tu­ell qua­li­fi­zier­ter Mör­der erst drei Jah­re zu­vor in Kars­ten Dus­ses ers­tem Ro­man mit dem Ti­tel Acht­sam mor­den be­gon­nen. In al­len frü­he­ren Bän­den hat­te hin­ter Die­mel stets der fik­ti­ve Acht­sam­keits­gu­ru Josch­ka Breit­ner die zwei­te Gei­ge ge­spielt. Nun rü­cken Breit­ner, sein Ta­ge­buch aus längst vergessener Zeit und sei­ne Ver­gan­gen­heit als Bhag­wan­jün­ger der ers­ten Stun­de pro­mi­nent in den Vor­der­grund der Ge­schich­te.

Natürlich hat es auch Teil vier der Erzählung über den kriminellen Juristen mit Hang zur Achtsamkeit wieder an die Spitze der Verkaufsränge des deutschen Buchhandels geschafft. Inzwischen gehört Autor Dusse zum literarischen Establishment. Seine Romane wurden bislang in neunzehn Sprachen übersetzt. Es gibt eine Netflix-Serie und eine Bühnenbearbeitung von Bernd Schmidt, beide mit dem Titel Achtsam morden. Dusses Arbeit wurde mit dem Deutschen Fernsehpreis, dem Deutschen Comedypreis und dem Deutschen Hörbuchpreis ausgezeichnet.

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T. C. Boyle im ZEITmagazin

T. C. Boyle im ZEITmagazin MANN, 1/2022
ZEITmagazin MANN, Ausgabe 1/2022

Für die ers­te Aus­ga­be des ZEIT­maga­zin MANN im Jahr 2022 hat Chris­toph Amend im Feb­ruar mit dem ka­li­for­ni­schen Ro­man­cier T. C. Boyle (73) in des­sen Zu­hau­se bei San­ta Bar­ba­ra ein Ge­spräch ge­führt, das auf fünf Bild- und vier­ein­halb Text­sei­ten ab­ge­druckt wurde.

„Der Schrift­steller über Klima­wandel, Drogen und 48 Jahre Ehe“

So lau­tet der Unter­ti­tel zum Inter­view auf dem Maga­zin­co­ver. Der Text, der uns erwar­tet, ist kein Frage- und Ant­wort­spiel, also kein klas­si­sches Inter­view. Viel­mehr hat Amend das Gespräch in einen Fließ­text gepackt, der viele kleine Details aus dem Leben Boy­les wie­der­gibt, die kei­nem chro­nolo­gi­schen Ablauf fol­gen. Die Bebil­de­rung besteht aus fünf ganz­sei­ti­gen Foto­gra­fien, auf denen der Schrift­stel­ler Klei­dung und Acces­soi­res ver­schie­de­ner bekann­ter Mode­mar­ken trägt – klas­si­sches Pro­duct Pla­ce­ment also, möchte man sagen.

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