
Nach dem Verkaufserfolg seines Bestsellers Der Circle aus dem Jahr 2013 wandelte der US-Schriftsteller Dave Eggers den eigenen Verlag, McSweeney’s Publishing EN, in eine Nonprofit-Organisation um ¹. Unter deren Dach veröffentlichte er dann ein Jahrzehnt nach dem Circle einen Romannachfolger: Every. In diesem zweiten Teil der Geschichte hat der monopolistische Medien- und Technologiekonzern aus dem ersten Roman in der Zwischenzeit auch noch mit dem weltweit erfolgreichsten Onlineversandhaus fusioniert. Wir blicken hier also einer Schreckensgeschichte über den gewaltigsten Onlineriesen aller Zeiten entgegen, einer Art appeligem Amazon-Google-Meta-Monster. Es gilt daher: den Gürtel festgezurrt, die Hosenträger stramm verspannt, den Schutzhelm über den Scheitel gestülpt und los geht’s!
Eggers hat seinen Roman mit gleich drei Untertiteln versehen: Every –oder– Endlich ein Gefühl von Ordnung –oder– Die letzten Tage des freien Willens –oder– Grenzenlose Auswahl zerstört die Welt. Außerdem möchte ich hier gerne noch meinen Liebling unter den ebenfalls drei Epigraphen zitieren, die der Erzählung vorausgehen.
„Gibt es vielleicht außer dem angeborenen Wunsch nach Freiheit auch eine instinktive Sehnsucht nach Unterwerfung?“
(Erich Fromm, Die Furcht vor der Freiheit, 1941)
Der Autor macht seiner Leserschaft also von vornherein unmissverständlich klar, was auf den folgenden 570 Textseiten, unterteilt in 45 Kapitel, auf sie zukommt.



