
Schluss mit cool lautet der Titel einer Sammlung von Kurzgeschichten des US-Autoren T. C. Boyle. Es ist der dritte seiner Erzählbände, die nicht nur auf englisch, sondern auch auf deutsch erschienen sind. Die Veröffentlichung im englischen Original trägt übrigens den Titel After the Plague. Sowohl beim Original, als auch bei der deutschen Übersetzung handelt es sich um die Einzeltitel zweier unterschiedlicher Geschichten aus dem Band. Zur zeitlichen Einordnung der Texte möchte ich anmerken, dass alle Erzählungen noch vor den gesellschaftlichen Zäsuren des Jahrtausendwechsels entstanden sein müssen. – Insbesondere bezieht sich also die letzte Kurzgeschichte der Sammlung mit dem Einzeltitel Nach der Pest keinesfalls retrospektiv auf die Corona-Pandemie, so wie ich das verschiedentlich gehört und gelesen habe, sondern ist allenfalls eine düstere Vorahnung mit einem Vorlauf von gut zwanzig Jahren.
Die institutionalisierte Literaturkritik war sich im Erscheinungsjahr des Erzählbandes nicht recht einig, ob sie die Sammlung nun als „systematische Studie von betörender Genauigkeit“ loben oder wegen der „wiederkehrenden Motive“, ihrer „plumpen, gezwungenen Konstruktionen“ und ihrer „seichten Aufbereitung“ tadeln sollten. Aber sehen wir doch einmal selbst, was uns Boyle da auf insgesamt 380 Textseiten auftischt. Durchgehendes Thema aller sechzehn Geschichten ist die „Katastrophe Mensch“.



