
Die Schriftstellerkarriere des US-amerikanischen Bestsellerautors T. C. Boyle begann im Jahr 1979. Im Februar jenes Jahres erschien beim kleinen Bostoner Literaturverlag Atlantic Monthly Press der Erzählband Descent of Man | Abstammung des Menschen, als Anspielung auf das berühmte Darwin-Werk aus 1871. Damals war T. C. Boyle 32 Jahre alt. Seine Erzählungen waren in den Jahren zuvor in verschiedenen Zeitschriften abgedruckt worden. Drei Jahre später veröffentlichte Boyle seinen ersten Roman mit dem Titel Water Music. Die deutsche Leserschaft entdeckte Boyle überhaupt erst Ende der Achtzigerjahre. Es sollten bereits die ersten fünf seiner Romane in deutscher Übersetzung in den Verkauf gegangen sein, bevor sich der Hanser Verlag des allerersten Erzählbandes seines inzwischen arrvierten Paradegauls annahm. Boyles Erstling erschien 1995 unter dem Titel Tod durch Ertrinken.
Der deutsche Buchtitel ist gleichzeitig Überschrift der siebzehnten und letzten Erzählung des nur 230 Textseiten langen Bandes. Im englischen Original heißt diese Geschichte Drowning und ist wohl die schwächste oder zumindest unergründlichste der Kurzgeschichten.
Die US-Literaturrezensionen zu Boyles erstem Geschichtenbändchen waren durchwegs positiv bis hymnisch. Der Houston Chronicle schrieb beispielsweise im April ’79:
„Boyle ist ein hervorragender Satiriker. Er ist nicht nur ein geschickter Geschichtenerzähler – ein Verweber verrücktester Lebensmomente –, sondern er besitzt auch die Fähigkeit, Schichten der Überheblichkeit abzutragen, die unser tägliches Leben umgeben. Er nimmt sich genau die Dinge im Leben vor, die uns am meisten am Herzen liegen, zwingt uns, sie gründlich zu untersuchen; und wagt es dann, uns zu zeigen, wie trivial sie in Wirklichkeit sind. Boyle ist kein Humorist von der Stange. Er ist einfach niederschmetternd.“



