Flashback Zufallsrezension: Jeden Sonntag eine neu & zufällig ausgewählte Buchbesprechung aus der Vergangenheit — Gute Bücher altern nicht!
Auf der Su­che nach Lese­stoff? ❤ Hier fin­dest Du Buch­be­spre­chun­gen mit An­spruch aber oh­ne Al­lü­ren. Ich schrei­be meist über bel­le­tris­ti­sche Ti­tel; über sol­che, die mir ge­fal­len oder auch mal nicht ge­fal­len ha­ben; manch­mal Main­stream, manch­mal ab­seits der aus­ge­tre­te­nen Pfa­de. (Per­sön­li­che Emp­feh­lun­gen und ein paar Wor­te zu die­sem Pro­jekt gibt’s ganz un­ten auf die­ser Sei­te.)

Nobelpreis für Literatur 2024

Han Kang, 2017
Han Kang, 2017

Die Schwedische Akademie EN gab heute Mittag bekannt: Der Nobelpreis für Literatur geht mit einer Dotierung von knapp einer Million Euro in diesem Jahr an die Südkoreanerin Han Kang (53). Das Komitee begründete seine Wahl mit der „intensiven poetischen Prosa, die sich mit historischen Traumata auseinandersetzt und die Zerbrechlichkeit des menschlichen Lebens aufzeigt“. Frau Han ist die 121. Preisträger¦in, die 18. Frau unter allen Erstplatzierten und schließlich der/die erste Träger¦in des Preises in Korea.

Grattis, fru Han!

Im Jahr 2023 war die Auszeichnung an den Norweger Jon Fosse und im Jahr davor an die Französin Annie Ernaux verliehen worden.

Nobelpreis für Literatur 2024 – Über die Nobelpreisträgerin 2024

Han Kang wurde 1970 in der südkoreanischen Provinzhauptstadt Gwangju, gut dreihundert Kilometer südlich von Seoul, als Tochter eines Schriftstellers geboren. In Seoul wuchs Frau Han auf und studierte dort das Fach Koreanische Literatur. Ihren ersten literarischen Preis erhielt die junge Schriftstellerin im Alter von 24 Jahren von der Hauptstadtzeitung Seoul Shinmun. Es folgten weitere koreanische Auszeichnungen und schließlich im Jahr 2016 den Man Booker International Prize für ihren Romanerstling Die Vegetarierin, die Geschichte einer Verweigerung. Darin geht es um eine koreanische Hausfrau, die beschließt, sich ausschließlich vegetarisch zu ernähren. Sie verweigert sich zunächst ihrem Eheman, dann ihrer Familie und entschwindet schließlich in einer Art Selbstauslöschung.

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Tod durch Ertrinken

T. C. Boyle, Tod durch Ertrinken, 1995
T. C. Boyle, 1995

Die Schriftstellerkarriere des US-amerikanischen Bestsellerautors T. C. Boyle begann im Jahr 1979. Im Februar jenes Jahres erschien beim kleinen Bostoner Literaturverlag Atlantic Monthly Press der Erzählband Descent of Man | Abstammung des Menschen, als Anspielung auf das berühmte Darwin-Werk aus 1871. Damals war T. C. Boyle 32 Jahre alt. Seine Erzählungen waren in den Jahren zuvor in verschiedenen Zeitschriften abgedruckt worden. Drei Jahre später veröffentlichte Boyle seinen ersten Roman mit dem Titel Water Music. Die deutsche Leserschaft entdeckte Boyle überhaupt erst Ende der Achtzigerjahre. Es sollten bereits die ersten fünf seiner Romane in deutscher Übersetzung in den Verkauf gegangen sein, bevor sich der Hanser Verlag des allerersten Erzählbandes seines inzwischen arrvierten Paradegauls annahm. Boyles Erstling erschien 1995 unter dem Titel Tod durch Ertrinken.

Der deutsche Buchtitel ist gleichzeitig Überschrift der siebzehnten und letzten Erzählung des nur 230 Textseiten langen Bandes. Im englischen Original heißt diese Geschichte Drowning und ist wohl die schwächste oder zumindest unergründlichste der Kurzgeschichten.

Die US-Literaturrezensionen zu Boyles erstem Geschichtenbändchen waren durchwegs positiv bis hymnisch. Der Houston Chronicle schrieb beispielsweise im April ’79:

„Boyle ist ein hervorragender Satiriker. Er ist nicht nur ein geschickter Geschichtenerzähler – ein Verweber verrücktester Lebensmomente –, sondern er besitzt auch die Fähigkeit, Schichten der Überheblichkeit abzutragen, die unser tägliches Leben umgeben. Er nimmt sich genau die Dinge im Leben vor, die uns am meisten am Herzen liegen, zwingt uns, sie gründlich zu untersuchen; und wagt es dann, uns zu zeigen, wie trivial sie in Wirklichkeit sind. Boyle ist kein Humorist von der Stange. Er ist einfach niederschmetternd.“

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Die Biographien des T. C. Boyle

Punky Boyle, 2017

Seine literarische Karriere hat der US-Schrift­stel­ler T. C. Boyle im Jahr 1982 mit einem biografischen Roman begonnen, nämlich über einen britischen Forscher auf dem afrikanischen Kontinent. Seither befasste er sich in mehr als einem Drittel seiner bisher erschienenen Romane mit realen Persönlichkeiten der Vergangenheit. Hinzu kommen noch mehrere kürzere Erzählungen mit biografischen Bezügen.

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