
Peter Karoshi macht sich auf den Weg Zu den Elefanten. Denn so lautet der Titel der Novelle des Wiener Kulturwissenschaftlers, Historikers und Schriftstellers, die 2021 überraschend für den Deutschen Buchpreis nominiert wurde. Mich interessiert an diesem Text vor allem die Tatsache, dass der Autor dabei Bezug nimmt auf eine historisch verbürgte Begebenheit; nämlich auf die Reise des Elefanten Soliman von der iberischen Halbinsel bis nach Wien, die im sechzehnten Jahrhundert stattfand. Vielleicht erinnert sich der eine oder die andere Leser¦in noch an den Roman Die Reise des Elefanten von José Saramago, des portugiesischen Nobelpreisträgers, in dem genau diese Elefantenreise erzählt wurde.
Karoshi ist sich der literarischen Vorgeschichte durchaus bewusst. Sein Protagonist Theo spricht sogar mit dem Sohn über den Roman des Portugiesen. Die Reise des Elefanten kommt dabei allerdings aus Sicht des Historikers schlecht weg:
„Ja, José Saramago, der war das. Aber, schau, ich habe das Buch nie gelesen, so einen historisierenden Scheiß kann keiner lesen. Das ist es ja, was einen in den Wahnsinn treibt, dass einer eine wahre Geschichte nimmt und sie völlig neu und falsch erfindet!“
(Seite 79)



