
Mit dem Roman Das Labyrinth der Lichter schließt Carlos Ruiz Zafón seinen vierbändigen Zyklus um den Friedhof der Vergessenen Bücher im Herzen Barcelonas ab. Fünfzehn Jahre nach Erscheinen des ersten Bandes, Der Schatten des Windes, beendet also der weltweit am meisten verkaufte spanischsprachige Autor sein Meisterwerk; nach 2.576 Buchseiten und 27 Millionen gedruckten Exemplaren. In einem Fernsehinterview¹ schwört der Bestsellerautor mit der Rechten auf seinem letzten Romanband, dass nun definitiv Schluss sein wird. Einen Gutteil seines Erwachsenenlebens habe ihn die Geschichte beschäftigt, zwischen 36 und 51, erzählt Ruiz Zafón. Nun sei es endlich Zeit für ein neues Projekt. Damals ahnte jedoch noch niemand, dass der Autor nur vier Jahre später tot sein würde.
Die Tetralogie kreist zwar um ein zentrales Motiv, eben um diesen sagenumwobenen Friedhof der Vergessenen Bücher in Barcelona, der katalanischen Metropole am Mittelmeer. Doch es sind vier sehr unterschiedliche Romane, die der Autor abgeliefert hat. Denn jeder der Bände hat seinen eigenen Protagonisten und gehört einem anderen literarischen Genre an: Der Schatten des Windes ist nämlich im Kern ein Coming-of-Age-Roman um den jungen Daniel Sempere. Das Spiel des Engels ist eine mystische Schauergeschichte, dessen Hauptfigur der Schriftsteller David Martín ist. Teil drei, Der Gefangene des Himmels, stellt einen Abenteuerroman um die pittoreske Figur des Fermín Romero de Torres dar. Und nun, den vierten und letzten Teil, den muss man in erster Linie wohl als spannende Krimigeschichte lesen, deren zentrale Figur eine junge Geheimagentin namens Alicia Gris ist.



