
Als Henning Mankell im Jahr 1991 seinen ersten Kriminalroman unter dem Titel Mördare utan ansikte veröffentlichte, kannte den Autoren kaum jemand. Dies verwundert: Er ist nämlich mit der Theaterregisseurin Eva Bergman, Tochter des Filmregisseurs Ingmar Bergman, verheiratet und leitet in Mozambique eines der renommiertesten Theater Afrikas, das Teatro Avenida in Maputo. Zehn Jahre danach gehört Mankell zu den meist gelesenen Krimiautoren der Welt. Sein Debütroman wurde noch im Erscheinungsjahr zweifach als bester schwedischer Krimi ausgezeichnet und erschien 1999 als Mörder ohne Gesicht in deutscher Übersetzung. Für Die Rückkehr des Tanzlehrers erhielt Henning Mankell in diesem Jahr den Deutschen Bücherpreis in der Kategorie Publikumspreis.
[Nachtrag 2015:] Henning Mankell erlag am 15. Oktober 2015 im Alter von 67 Jahren einem Krebsleiden und wurde in Göteborg beigesetzt.
Hintergrund
Interessant an dieser Erfolgsgeschichte ist der Hintergrund ihrer Entstehung. Autor Mankell besitzt in der Nähe der südschwedischen Kleinstadt Ystad ein Sommerhaus, in dem er regelmäßig Urlaube verbringt. Ein realer, brutaler Überfall auf ein Bauernehepaar ließ in der Region Schonen eine Welle von Ausländerfeindlichkeit aufwallen.
Kurzerhand erfand Mankell die Figur des Kurt Wallander, den er in Mörder ohne Gesicht den Fall lösen ließ. Der Erfolg des Buches ließ dem Schriftsteller danach wohl kaum eine Wahl: Im Jahresrhythmus entstanden immer neue Thriller um Kommissar Wallander, insgesamt bislang neun Bände.
Mit dem Nachtrag Wallanders erster Fall schloss Mankell die Serie um den Kultpolizisten im Jahr 1999 – vorläufig – ab. Ein Jahr danach präsentierte er in seinem Roman Die Rückkehr des Tanzlehrers einen Nachfolger: Stefan Lindman, seines Zeichens Polizeikommissar in Borås.



