Flashback Zufallsrezension: Jeden Sonntag eine neu & zufällig ausgewählte Buchbesprechung aus der Vergangenheit — Gute Bücher altern nicht!
Auf der Su­che nach Lese­stoff? ❤ Hier fin­dest Du Buch­be­spre­chun­gen mit An­spruch aber oh­ne Al­lü­ren. Ich schrei­be meist über bel­le­tris­ti­sche Ti­tel; über sol­che, die mir ge­fal­len oder auch mal nicht ge­fal­len ha­ben; manch­mal Main­stream, manch­mal ab­seits der aus­ge­tre­te­nen Pfa­de. (Per­sön­li­che Emp­feh­lun­gen und ein paar Wor­te zu die­sem Pro­jekt gibt’s ganz un­ten auf die­ser Sei­te.)

Agostino

Alberto Moravia, Agostino, 1944
Alberto Moravia, 1944

Der erste Roman, den Al­ber­to Mo­ra­via nach dem Zwei­ten Welt­krieg ver­öf­fent­lichte, trägt den Ti­tel Agostino. Es ist eine kur­ze Ge­schich­te, kei­ne hun­dert Text­sei­ten lang: Der drei­zehn­jäh­ri­ge Jun­ge Agos­ti­no be­rich­tet von sei­nen Er­leb­nis­sen in einem Fe­rien­ort an der ita­lie­ni­schen Küs­te wäh­rend eines Som­mer­ur­laubs, den er und sei­ne Mut­ter in einer Fe­rien­woh­nung ver­brin­gen. Dem Autor ist mit dem Be­richt des Teen­agers eine un­ver­gess­li­che, haut­na­he Coming-of-Age-Er­zäh­lung ge­lun­gen.

Agos­ti­no ist der ein­zi­ge Sohn einer wohl­ha­ben­den Fa­mi­lie aus Pi­sa. Sein Va­ter ist of­fen­bar früh ver­stor­ben. Da­nach hat der Jun­ge die Rol­le des Be­schüt­zers sei­ner noch jun­gen, ver­wit­we­ten Mut­ter über­nom­men.

Vor­sicht: Ödi­pus­kon­flikt an li­gu­ri­schen Ge­sta­den!

Agostino – Über die Handlung

Die Erzäh­lung setzt ein mit den thea­tra­li­schen Auf­trit­ten Agos­ti­nos, immer wenn er seine Mut­ter auf ihren täg­li­chen Ruder­boots­aus­flü­gen am Strand des Urlaubs­or­tes beglei­tet. Er genießt es, vor den Augen der ande­ren Urlau­ber den männ­li­chen Gefähr­ten der schö­nen Mut­ter zu spie­len. Doch sein Traum­idyll platzt, als der junge Renzo auf­taucht und der Mut­ter den Hof zu machen beginnt. Fas­sungs­los beob­ach­tet Agos­tino, wie sich seine sonst so selbst­si­chere Mut­ter in Gegen­wart des Ver­eh­rers in ein kichern­des Püpp­chen ver­wan­delt und mit Renzo flir­tet.

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Joanne K. Rowling

Joanne K. RowlingJoanne K. Rowling (61) wur­de im eng­li­schen Städt­chen Yate, in der Nä­he von Bris­tol, ge­bo­ren. Am 26. Juni 1997, also vor ge­nau einem Vier­tel­jahr­hun­dert wur­de ihr ers­ter Ro­man, Har­ry Pot­ter and the Phi­lo­so­pher’s Stone, in einer Erst­auf­la­ge von 500 Stück ver­öf­fent­licht. In den fol­gen­den Jah­ren bau­te die Auto­rin ih­re Se­rie um den Jung­zau­be­rer Har­ry Pot­ter auf ins­ge­samt sie­ben Bän­de aus. Zehn Jah­re nach Band 1 wur­de die letz­te Ro­man­fol­ge in einer Erst­auf­la­ge von 12 Mil­lio­nen ge­druckt. 90 Pro­zent da­von ver­kauf­ten sich be­reits am Er­schei­nungs­tag. Es folg­ten Ver­fil­mun­gen, ein Thea­ter­stück, The­men­parks, Vi­deo- und Brett­spie­le. So­gar als Le­go­fi­gur exis­tiert Har­ry Pot­ter mitt­ler­wei­le. Sei­ne geis­ti­ge Mut­ter hat der Jun­ge längst zur Mil­liar­dä­rin ge­macht. Heu­te lebt die Schrift­stel­le­rin mit ih­rem Mann Neil, zwei Töch­tern und einem Sohn in Schott­land.

Die Harry-Potter-Romane stehen mit deutlichem Vorsprung auf Platz 1 der Liste der meistverkauften Buchserien. Bis zum Sommer 2024 wurden weltweit in mittlerweile 85 Sprachen mehr als 600 Millionen Exemplare verkauft. (Quelle EN)

Joanne K. Rowling – Die Harry-Potter-Romanserie

  1. Harry Potter and the Philosopher’s Stone (1997) | Harry Potter und der Stein der Weisen (1998)
  2. Harry Potter and the Chamber of Secrets (1998) | Harry Potter und die Kammer des Schreckens (1999)
  3. Harry Potter and the Prisoner of Azkaban (1999) | Harry Potter und der Gefangene von Askaban (1999)
  4. Harry Potter and the Goblet of Fire (2000) | Harry Potter und der Feuerkelch (2000)
  5. Harry Potter and the Order of the Phoenix (2003) | Harry Potter und der Orden des Phönix (2003)
  6. Harry Potter and the Half-Blood Prince (2005) | Harry Potter und der Halbblutprinz (2005)
  7. Harry Potter and the Deathly Hallows (2007) | Harry Potter und die Heiligtümer des Todes (2007)

Fünf Jahre nach Abschluss der Pot­ter-Serie ver­öffent­lichte die Auto­rin eine Art Anschluss­ro­man, der aller­dings mit Zau­be­rei nichts zu tun hatte: The Casual Vacancy (2012) | Ein plötz­li­cher Todes­fall (2012)

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Thomas-Mann-Preis 2022

Jonathan Franzen, 2020
Jonathan Franzen, 2020

Der US-ame­ri­ka­ni­sche Schrift­stel­ler Jo­na­than Fran­zen (62) wird am 16. Sep­tem­ber die­ses Jah­res im Stadt­thea­ter Lü­beck mit dem Thomas-Mann-Preis aus­ge­zeich­net, der mit 25.000 Euro do­tiert ist. In der Be­grün­dung der Ju­ry heißt es:

„Spä­tes­tens mit sei­nem drit­ten Ro­man Die Kor­rek­tu­ren von 2001 hat sich Fran­zen in die Welt­li­te­ra­tur der Ge­gen­wart ein­ge­schrie­ben. Am Bei­spiel einer chro­nisch un­glück­li­chen Fa­mi­lie gibt der Ro­man ein schil­lern­des Pa­no­ra­ma der ame­ri­ka­ni­schen Ge­sell­schaft mit ih­ren Sehn­süch­ten und ih­ren Ab­grün­den. Gut 100 Jah­re nach Tho­mas Manns Bud­den­brooks führ­te der Welt­er­folg der Kor­rek­tu­ren zu einer Re­nais­san­ce auch des deutsch­spra­chi­gen Fa­mi­lien­ro­mans. Fran­zen hat seit sei­ner Stu­dien­zeit in Mün­chen und Ber­lin in den frü­hen 1980er Jah­ren ein be­son­ders na­hes Ver­hält­nis zu Deutsch­land, seit 2010 ist er Mit­glied der Aka­de­mie der Küns­te in Ber­lin. Den Tho­mas-Mann-Preis er­hält er für sein er­zäh­le­ri­sches Werk, das die Tra­di­tion des gro­ßen Ge­sell­schafts- und Fa­mi­lien­ro­mans, ver­bun­den mit Na­men wie Tol­stoi, Dos­to­jews­ki und Tho­mas Mann, im 21. Jahr­hun­dert wie­der­be­lebt hat.“

Congratulations, Mr. Franzen!

Wer sich für Jona­than Fran­zens Werk in­te­res­siert, wird wo­mög­lich mei­ne Buch­be­spre­chun­gen zu Die Kor­rek­tu­ren und Frei­heit le­sen wol­len?

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