
Die tierische Krimiautorin hat wieder zugeschlagen: Gray lautet der Titel von Leonie Swanns dritter Kriminalgeschichte, in der erneut ein animalischer Ermittler an der Mördersuche beteiligt ist. In ihren beiden vorausgegangenen Bestsellern Glennkill und Garou hatte Swann eine Schafsherde als Detektivtruppe auftreten lassen. Sieben Jahre nach dem zweiten Teil hilft nun ein Papagei namens Gray – das dritte G in Folge – dabei, die Todesumstände seines verblichenen Besitzers aufzuklären. Dabei greift die Autorin wieder auf das bewährte Konzept ihrer Schafskrimis zurück.
Dieses Konzept besteht nicht etwa darin, ihre tierischen Romanfiguren als vermenschlichte Kriminalisten auftreten zu lassen. (Etwa wie die samtpfötige Detektivin Mrs. Murphy bei Rita Mae Brown oder das Erdmännchen Ray von Moritz Matthies.) Bei Leonie Swann bleiben Schafe Schafe, Ziegen bleiben Ziegen und ein Papagei eben ein Papagei.
„Nimm ne Nuss!“
Glennkill und Garou waren immerhin noch aus der Perspektive der Schafe geschrieben. Die Tiere konnten menschliche Sprache verstehen und sich ihren Reim darauf machen, auch wenn sie sich selbst nur mittels Schafslauten untereinander verständlich machen konnten. Der Papagei Gray hingegen wird niemals zum Erzähler. Er bleibt stets der Begleiter der Hauptfigur, obwohl er im Gegensatz zu den Schafen als Papagei tatsächlich menschliche Sprache von sich geben kann. Mit seinen manchmal mehr, manchmal weniger zielsicheren und oft zweideutigen Äußerungen erregt Gray nicht nur die Begeisterung diverser Romanfiguren sondern auch die der Leserschaft.



