
Der Autor von Mitternachtskinder und der berüchtigten Satanischen Verse, für die er 1989 vom iranischen Staatsoberhaupt Khomeini mittels einer Fatwa und der Aussetzung von Kopfgeld zum Tode verurteilt worden war, hat mit Shalimar der Narr einen Roman über den Konflikt zwischen Religionen im Allgemeinen und die Konfrontation zwischen Islam und dem Westen im Speziellen vorgelegt. Seinen Erklärungsversuch hat Salman Rushdie verpackt in die persönliche Geschichte einer jungen Frau kaschmirischer Abstammung namens India Ophuls.
Rushdie ist Meister darin, Vorgänge weltgeschichtlicher Dimension einzukleiden in den Mikrokosmos seiner Romanfiguren. Deshalb spricht meines Erachtens wenig dagegen, den vordergründigen Plot seiner Geschichte hier zu skizzieren. Dadurch dürfte dem Leser kaum das Vergnügen bei der Lektüre genommen werden. Im Gegenteil: Die hier gerafft dargestellte Handlung ist im Roman so stark zerklüftet, dass eine Vorwegnahme der wesentlichen Elemente eher hilfreich als verräterisch ist.



