
Frankfurt am Main im ausgehenden Mittelalter: In der Ständegesellschaft der freien Reichsstadt lebt die Familie Dunckel. Die Dunckels befinden sich auf der untersten Stufe des sozialen Gefüges. Der „Schundmummel“ Eduard Dunckel verrichtet als Schinder, Abdecker, Kloakenreiniger und Hundshäuter die „unehrlichen“ Aufgaben für die Stadt. Seine Frau Anna steht als Magd in den Diensten eines begüterten Aussätzigen auf dem benachbarten Gutleuthof. Die fünfzehnjährige Tochter Maria, von allen nur „die Mäu“ genannt, beginnt auf Vermittlung der Mutter ebenfalls als Siechenmagd für einen der begüterten Leprakranken zu arbeiten. Doch dem jungen Mädchen graut es vor der gefährlichen Arbeit beim aussätzigen ehemaligen Kaufmann Ulrich Neuhaus. Als ihr Herr sie körperlich zu nötigen beginnt, kommt es zum Eklat. Die Mäu flieht vor dem Gesetz und versucht, sich in Richtung Prag durchzuschlagen, um irgendwo ein neues, besseres Leben zu beginnen.
Worum geht es?
Die Autorin Ursula Neeb ist ausgebildete Kulturhistorikerin und lebt in der Taunusgemeinde Schmitten nördlich des heutigen Frankfurts. Nach einem kulturgeschichtlichen Buch über die Frankfurter Wasserhäuschen ist Die Siechenmagd ihr zweites Werk. Darin zeichnet sie anhand der Erlebnisse der jungen Maria Dunckel ein beklemmendes Portrait des gesellschaftlichen Gefüges in der Großstadt am Main.



