Komplette Liste aller Rezensionen seit 2002
Auf der Su­che nach Lese­stoff? Hier fin­dest Du Buch­be­spre­chun­gen mit An­spruch aber oh­ne Al­lü­ren. Ich schrei­be meist über bel­le­tris­ti­sche Ti­tel; über sol­che, die mir ge­fal­len oder auch mal nicht ge­fal­len ha­ben; manch­mal Main­stream, manch­mal ab­seits der aus­ge­tre­te­nen Pfa­de. (Per­sön­li­che Emp­feh­lun­gen und ein paar Wor­te zu die­sem Pro­jekt gibt’s ganz un­ten auf die­ser Sei­te.)

Die fünfte Frau

Henning Mankell, Die fünfte Frau, 1998
Henning Mankell, 1998

Der sechste von ins­ge­samt zwölf Wal­lan­der­roma­nen trägt den Ti­tel Die fünfte Frau. Die Ge­schich­te han­delt im Herbst des Jah­res 1994. Hen­ning Man­kell hat die­se Fol­ge eng an die Hand­lung des vor­an­ge­gan­ge­nen Ban­des, Die fal­sche Fähr­te, ge­knüpft: Im Som­mer ’94 hat­te Kurt Wal­lan­der die „fal­sche Fähr­te“ ver­las­sen und konn­te einen vier­fa­chen Se­rien­mord auf­klä­ren. Da­nach macht er Ur­laub mit sei­ner ro­man­ti­schen Part­ne­rin Bai­ba und fliegt im An­schluss mit sei­nem Va­ter für ein paar Ta­ge nach Rom. Di­rekt nach sei­ner Rück­kehr aus der Ewi­gen Stadt wird der Kom­mis­sar in den Stru­del einer wei­te­ren Mord­se­rie ge­zo­gen. Denn ein skru­pel­lo­ser Kil­ler be­ginnt im Sep­tem­ber ’94, schein­bar un­be­schol­te­ne Män­ner zu tö­ten. – Zwei Ro­ma­ne, die im glei­chen Jahr han­deln und die das glei­che The­ma re­flek­tie­ren: Ra­che und Selbst­jus­tiz.

Fast macht es den Ein­druck, als ha­be der Autor das Ro­man­the­ma nicht in einem Band ab­schlie­ßen kön­nen. Die fünfte Frau wirkt näm­lich nicht nur we­gen des un­mit­tel­ba­ren zeit­li­chen An­schlus­ses wie eine Ver­län­ge­rung der fal­schen Fähr­te. In vie­ler­lei Hin­sicht macht der sechs­te Wal­lan­der­ro­man auf mich den Ein­druck einer ganz be­son­ders exem­pla­ri­schen Fol­ge der Ge­schich­ten um den schwe­di­schen Kult-Po­li­zis­ten aus Ystad.

→ weiterlesen

Die falsche Fährte

Die falsche Fährte, Henning Mankell, 1999
Henning Mankell, 1999

Im fünften der Wal­lan­der-Ro­ma­ne führt Schwe­den­kri­mi-Guru Hen­ning Man­kell sei­nen Hel­den auf Die falsche Fährte. Nach dem vo­ran ge­gan­ge­nen Feld­zug ge­gen den Mann, der lä­chel­te be­kommt es Kurt Wal­lan­der dies­mal mit einem blut­rüns­ti­gen und gna­den­lo­sen Se­rien­mör­der zu tun. Der Kil­ler mor­det mit Axt und skal­piert sei­ne Op­fer ab­schlie­ßend. Erst­mals lässt der Autor sei­ne Ge­schich­te nicht in grau­em Win­ter­eis son­dern im scho­ni­schen Hoch­som­mer statt­fin­den. Außer­dem prä­sen­tiert er der Le­ser­schaft ganz ne­ben­bei das er­folg­rei­che Ab­schnei­den der schwe­di­schen Na­tio­nal­elf an der Fuß­ball­welt­meis­ter­schaft 1994. Auch wenn Wal­lan­der so gar nichts für den Fuß­ball übrig hat.

Es ist er­freu­lich, dass Hen­ning Man­kell in sei­nem fünf­ten Band wie­der zum Re­zept zu­rück­fin­det, mit dem er den Ein­stand in die Se­rie zum Er­folg ge­macht hat­te: ein ver­ant­wor­tungs­be­wuss­ter, hart­nä­cki­ger Kom­mis­sar, der mit einer Mi­schung aus hand­werk­li­cher Er­mitt­lungs­ar­beit und Bauch­ge­fühl einen Schritt nach dem an­de­ren geht. Auf der Ba­sis die­ser Grund­aus­stat­tung ar­bei­ten sich Autor und Pro­ta­go­nist durch eine zu­nächst un­er­gründ­lich schei­nen­de Sach­lage, fei­ern den Er­folg der klei­nen Schrit­te, so­lan­ge bis sich ir­gend­wann end­lich der Ne­bel lich­tet und die Er­mitt­lun­gen ab­ge­schlos­sen wer­den kön­nen.

→ weiterlesen

Der Mann, der lächelte

Henning Mankell; Der Mann, der lächelte; 2001
Henning Mankell, 2001

Nach seinem erratischen Abgang im dritten Band der Wallanderserie, Die weiße Löwin, galt Kurt Wallander bei seinen Leser¦innen ebenso wie bei den Kollegen in Ystad als ausgebrannt. Verbraucht. Fertig. Doch gut ein Jahr später kehrt der schwedische Kult-Kommissar entgegen aller Erwartung zurück. Die Wallander-Serie findet also ihre Fortsetzung in einem vierten Teil: Der Mann, der lächelte.
Kurt Wallanders Verantwortungsbewusstsein greift noch einmal, nachdem er von einem Bekannten um Hilfe gebeten wird: Dessen Vater sei unter mysteriösen Umständen ums Leben gekommen. Und kurz darauf wird der Bekannte selbst ermordet. Das kann ja wohl nicht wahr sein, befindet Wallander. Und deshalb kehrt er zurück in den Polizeidienst und verbeißt sich in gewohnter Manier in den Fall.

Im vierten Roman seiner Serie nimmt sich Henning Mankell des Themas Kriminalität in höchsten gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Kreisen an.

„Es wird ja behauptet, dass sich hinter jedem Vermögen ein Verbrechen verbirgt.“ (Seite 119)

→ weiterlesen

Cookie-Hinweis