Flashback Zufallsrezension: Jeden Sonntag eine neu & zufällig ausgewählte Buchbesprechung aus der Vergangenheit — Gute Bücher altern nicht!
Auf der Su­che nach Lese­stoff? ❤ Hier fin­dest Du Buch­be­spre­chun­gen mit An­spruch aber oh­ne Al­lü­ren. Ich schrei­be meist über bel­le­tris­ti­sche Ti­tel; über sol­che, die mir ge­fal­len oder auch mal nicht ge­fal­len ha­ben; manch­mal Main­stream, manch­mal ab­seits der aus­ge­tre­te­nen Pfa­de. (Per­sön­li­che Emp­feh­lun­gen und ein paar Wor­te zu die­sem Pro­jekt gibt’s ganz un­ten auf die­ser Sei­te.)

Mittsommermord

Henning Mankell, Mittsommermord, 2000
Henning Mankell, 2000

Mittsommermord ist der siebte Roman der Krimiserie um den schwedischen Kult-Kommissar Kurt Wallander. Nach der fünften Frau und der falschen Fährte ist dies die dritte Folge hintereinander, in der Wallander hinter einem Serienmörder her ist. Diesmal ist die Jagd noch schwieriger als in den beiden anderen Fällen, da die Opfer des Killers so gar nichts miteinander zu tun haben. Nur einer der Polizeiermittler in Ystad schien einem Verdächtigen nah auf den Fersen gewesen zu sein: Svedberg. Aber der wird ebenfalls zu Beginn der Geschichte ermordet.

Ja, es wird einsam um Wallander. Nach seinem ersten Ermittlungserfolg starb sein Kollege und Vertrauter Rydberg an Krebs. In Band sechs erlag der Vater des Kommissars einem Schlaganfall. Nun wird also noch der Kollege Svedberg getötet. Hinzu kommt, dass Wallanders romantische Gefährtin, Baiba Liepa aus Riga, mit der er seit dem zweiten Roman techtelmechtelte, genug von der Fernbeziehung hat und die Sache beendet.

„Ohne dass einer von ihnen es offen aussprach, wußten sie, daß ihre Beziehung zu Ende ging. Nach vier Jahren gab es keine Wege mehr, die in die Zukunft führten.“ (Seite 31)

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Die fünfte Frau

Henning Mankell, Die fünfte Frau, 1998
Henning Mankell, 1998

Der sechste von ins­ge­samt zwölf Wal­lan­der­roma­nen trägt den Ti­tel Die fünfte Frau. Die Ge­schich­te han­delt im Herbst des Jah­res 1994. Hen­ning Man­kell hat die­se Fol­ge eng an die Hand­lung des vor­an­ge­gan­ge­nen Ban­des, Die fal­sche Fähr­te, ge­knüpft: Im Som­mer ’94 hat­te Kurt Wal­lan­der die „fal­sche Fähr­te“ ver­las­sen und konn­te einen vier­fa­chen Se­rien­mord auf­klä­ren. Da­nach macht er Ur­laub mit sei­ner ro­man­ti­schen Part­ne­rin Bai­ba und fliegt im An­schluss mit sei­nem Va­ter für ein paar Ta­ge nach Rom. Di­rekt nach sei­ner Rück­kehr aus der Ewi­gen Stadt wird der Kom­mis­sar in den Stru­del einer wei­te­ren Mord­se­rie ge­zo­gen. Denn ein skru­pel­lo­ser Kil­ler be­ginnt im Sep­tem­ber ’94, schein­bar un­be­schol­te­ne Män­ner zu tö­ten. – Zwei Ro­ma­ne, die im glei­chen Jahr han­deln und die das glei­che The­ma re­flek­tie­ren: Ra­che und Selbst­jus­tiz.

Fast macht es den Ein­druck, als ha­be der Autor das Ro­man­the­ma nicht in einem Band ab­schlie­ßen kön­nen. Die fünfte Frau wirkt näm­lich nicht nur we­gen des un­mit­tel­ba­ren zeit­li­chen An­schlus­ses wie eine Ver­län­ge­rung der fal­schen Fähr­te. In vie­ler­lei Hin­sicht macht der sechs­te Wal­lan­der­ro­man auf mich den Ein­druck einer ganz be­son­ders exem­pla­ri­schen Fol­ge der Ge­schich­ten um den schwe­di­schen Kult-Po­li­zis­ten aus Ystad.

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Die falsche Fährte

Die falsche Fährte, Henning Mankell, 1999
Henning Mankell, 1999

Im fünften der Wal­lan­der-Ro­ma­ne führt Schwe­den­kri­mi-Guru Hen­ning Man­kell sei­nen Hel­den auf Die falsche Fährte. Nach dem vo­ran ge­gan­ge­nen Feld­zug ge­gen den Mann, der lä­chel­te be­kommt es Kurt Wal­lan­der dies­mal mit einem blut­rüns­ti­gen und gna­den­lo­sen Se­rien­mör­der zu tun. Der Kil­ler mor­det mit Axt und skal­piert sei­ne Op­fer ab­schlie­ßend. Erst­mals lässt der Autor sei­ne Ge­schich­te nicht in grau­em Win­ter­eis son­dern im scho­ni­schen Hoch­som­mer statt­fin­den. Außer­dem prä­sen­tiert er der Le­ser­schaft ganz ne­ben­bei das er­folg­rei­che Ab­schnei­den der schwe­di­schen Na­tio­nal­elf an der Fuß­ball­welt­meis­ter­schaft 1994. Auch wenn Wal­lan­der so gar nichts für den Fuß­ball übrig hat.

Es ist er­freu­lich, dass Hen­ning Man­kell in sei­nem fünf­ten Band wie­der zum Re­zept zu­rück­fin­det, mit dem er den Ein­stand in die Se­rie zum Er­folg ge­macht hat­te: ein ver­ant­wor­tungs­be­wuss­ter, hart­nä­cki­ger Kom­mis­sar, der mit einer Mi­schung aus hand­werk­li­cher Er­mitt­lungs­ar­beit und Bauch­ge­fühl einen Schritt nach dem an­de­ren geht. Auf der Ba­sis die­ser Grund­aus­stat­tung ar­bei­ten sich Autor und Pro­ta­go­nist durch eine zu­nächst un­er­gründ­lich schei­nen­de Sach­lage, fei­ern den Er­folg der klei­nen Schrit­te, so­lan­ge bis sich ir­gend­wann end­lich der Ne­bel lich­tet und die Er­mitt­lun­gen ab­ge­schlos­sen wer­den kön­nen.

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