Flashback Zufallsrezension: Jeden Sonntag eine neu & zufällig ausgewählte Buchbesprechung aus der Vergangenheit — Gute Bücher altern nicht!
Auf der Su­che nach Lese­stoff? ❤ Hier fin­dest Du Buch­be­spre­chun­gen mit An­spruch aber oh­ne Al­lü­ren. Ich schrei­be meist über bel­le­tris­ti­sche Ti­tel; über sol­che, die mir ge­fal­len oder auch mal nicht ge­fal­len ha­ben; manch­mal Main­stream, manch­mal ab­seits der aus­ge­tre­te­nen Pfa­de. (Per­sön­li­che Emp­feh­lun­gen und ein paar Wor­te zu die­sem Pro­jekt gibt’s ganz un­ten auf die­ser Sei­te.)

Der Mann, der lächelte

Henning Mankell; Der Mann, der lächelte; 2001
Henning Mankell, 2001

Nach seinem erratischen Abgang im dritten Band der Wallanderserie, Die weiße Löwin, galt Kurt Wallander bei seinen Leser¦innen ebenso wie bei den Kollegen in Ystad als ausgebrannt. Verbraucht. Fertig. Doch gut ein Jahr später kehrt der schwedische Kult-Kommissar entgegen aller Erwartung zurück. Die Wallander-Serie findet also ihre Fortsetzung in einem vierten Teil: Der Mann, der lächelte.
Kurt Wallanders Verantwortungsbewusstsein greift noch einmal, nachdem er von einem Bekannten um Hilfe gebeten wird: Dessen Vater sei unter mysteriösen Umständen ums Leben gekommen. Und kurz darauf wird der Bekannte selbst ermordet. Das kann ja wohl nicht wahr sein, befindet Wallander. Und deshalb kehrt er zurück in den Polizeidienst und verbeißt sich in gewohnter Manier in den Fall.

Im vierten Roman seiner Serie nimmt sich Henning Mankell des Themas Kriminalität in höchsten gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Kreisen an.

„Es wird ja behauptet, dass sich hinter jedem Vermögen ein Verbrechen verbirgt.“ (Seite 119)

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Die weiße Löwin

Henning Mankell, Die weiße Löwin, 1995
Henning Mankell, 1995

Aller guten Dinge sind drei. Nach Mör­der ohne Ge­sicht und Hun­de von Ri­ga ver­öf­fent­lich­te Hen­ning Man­kell er­neut nach nur einem Jahr den drit­ten Band sei­ner Kri­mi­se­rie um Kom­mis­sar Wal­lan­der. Die weiße Löwin er­zählt die Ge­schich­te der Vor­be­rei­tung eines At­ten­tats auf einen be­kann­ten süd­afri­ka­ni­schen Po­li­ti­ker. Ge­wiss wä­re die­ser Mord­an­schlag auch ge­glückt, hät­ten die Ver­ant­wort­li­chen nicht den Feh­ler ge­macht, sich aus­ge­rech­net mit Kurt Wal­lan­der an­zu­le­gen. – Na­nu? Wal­lan­der und Süd­afri­ka? Der Autor wird doch sei­nen Pro­ta­go­nis­ten jetzt nicht auch noch ans Kap der Gu­ten Hoff­nung schi­cken? Nach­dem er ihn im zwei­ten Teil be­reits durch Lett­land ge­hetzt hat­te? Nun, kei­ne Angst, das tut Man­kell sei­nem Wal­lan­der nicht an. Trotz­dem ge­lingt es ihm, eine span­nen­de Kri­mi­nal­ge­schich­te zwi­schen Ystadt und Kap­stadt zu we­ben; einen Page­tur­ner, den die meis­ten Le­se­r¦in­nen erst zur Seite le­gen kön­nen, wenn sie das Nach­wort ge­le­sen ha­ben.

Die weiße Löwin – Über den Inhalt

Der Roman beginnt etwas lang­at­mig mit einem fünf­zehn­sei­ti­gen Pro­log. Darin wird die his­tori­sche Grün­dung und Ent­wick­lung des buri­schen Broe­der­bond in Süd­afrika seit dem Jahr 1918 beschrie­ben. Diese Geheim­gesell­schaft stand näm­lich in engem Ver­hält­nis mit poli­ti­schen Orga­nisa­tio­nen der Buren und war das ideo­logi­sche Zen­trum der süd­afri­kani­schen Apart­heid-Ver­hält­nisse. Die Mit­glie­der des Broe­der­bond gehör­ten zu den schärfs­ten Geg­nern der Abschaf­fung der Apart­heid. Sie ver­achte­ten ihren Staats­prä­siden­ten, den Refor­mer de Klerk, und den 1990 frei­gelas­se­nen Nel­son Man­dela. Die Buren betrach­te­ten die Abkehr von der Ras­sen­tren­nung als Kriegs­erklä­rung. – Im Roman pla­nen sie die Pro­voka­tion eines Bür­ger­krie­ges, der Süd­afrika ins Chaos stür­zen soll, näm­lich die „Ope­ra­tion Sprieng­boek“.

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Hunde von Riga

Henning Mankell, Hunde von Riga, 1993
Henning Mankell, 1993

Mit die Hunde von Riga knüpft Henning Mankell an den ersten Band der Wallander-Reihe an. Nur ein Jahr nach Teil eins liefert der Autor bereits die Fortsetzung ab. Nachdem in den Mördern ohne Gesicht die Täter nach Schweden „importiert“ worden waren, sind es diesmal die Opfer – die Leichen zweier Russen –, die aus dem Baltikum über die winterliche Ostsee in einem Rettungsboot bei Ystad an Land getrieben werden. Diesmal konzentriert sich Mankell nicht auf schwedische Gesellschaftsprobleme sondern auf die Konsequenzen des Zusammenbruchs der UdSSR und des Anschlusses der ehemaligen DDR an den deutschen Westen.

Aber auch diesmal beginnt die Geschichte mitten in den Unbillen des schwedischen Winters, im Februar 1991. Und wir ziehen die langen Wollunterhosen auch nicht aus, als sich die Romanhandlung über die Ostsee ins Baltikum verlagert.

Hunde von Riga – Über den Inhalt

Der Leichenfund am Strand zieht Ermittlungen der Polizei in Ystad nach sich. Wallanders Team erkennt bald, dass die beiden Opfer aus Osteuropa oder Russland stammen müssen. Alsbald decken sie die Identität der Männer auf. Es handelt sich um Mitglieder der Russenmafia aus Lettland. Daraufhin stößt Major Karlis Liepa, Polizeibeamter aus der lettischen Hauptstadt, zu Wallanders Ermittlerteam und nimmt Fall und Leichen nach wenigen Tagen mit zurück in seine Heimat am anderen Ende der Ostsee. Doch dort wird er nur Stunden nach seiner Rückkehr ermordet. Die lettische Polizei bittet Wallander um seine Unterstützung vor Ort in Riga.

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