
Im Alter von 49 Jahren hat der Münchener Autor Daniel Speck seinen zweiten Roman mit dem Titel Piccola Sicilia veröffentlicht. Namensgeber für die gut 650 Buchseiten lange Geschichte ist ein vorgelagertes Stadtviertel von Tunis, das meist nur La Petite Sicile oder Piccola Sicilia, also Klein-Sizilien genannte wurde. Denn das am Hafen der nordafrikanischen Großstadt gelegene Viertel hat eine lange süditalienische Tradition. Seine Bewohner stammten ursprünglich meist aus Sizilien, in den Straßen wurde vorwiegend italienisch gesprochen. Auch die bekannte italienische Filmdiva Claudia Cardinale (86) wurde in Tunis geboren, ihre Großmutter lebte in Piccola Sicilia. Und selbst Autor Speck hat tunesische Wurzeln. Denn sein Vater stammt aus dem afrikanischen Land, das keine 160 Kilometer Luftlinie von Sizilien entfernt ist. Heute findet man den Ort der Romangeschichte unter der Bezeichnung La Goulette als Vorort von Tunis mit Handelshafen und Kreuzfahrtterminal.
Die Kerngeschichte des Romans trägt sich Anfang der 1940er-Jahre zu: Der deutsche Wehrmachtssoldat Moritz Reincke begleitete damals in Nordafrika als Kriegsberichterstatter und Kameramann die Einheiten von Generalfeldmarschall Erwin Rommel, seinerzeit bekannt unter dem Spitznamen „Wüstenfuchs“. Deutsche Truppen hielten während des Afrikafeldzuges die Stadt Tunis zwischen November 1942 und Mai 1943 besetzt, bevor sie vor den Amerikanern kapitulieren mussten. Fast eine Viertelmillion deutscher Soldaten wurde gefangen genommen. Das Dritte Reich neigte sich seinem Ende entgegen.



