
Kann es eine künstliche Welt geben, in der man überleben kann? Einen hermetisch abgeschlossenen Raum, in dem sich Flora und Fauna – einschließlich einiger Menschen – aufhalten und weiterentwickeln können? Nichts rein, nichts raus, sobald die künstliche Welt einmal verschlossen wurde? Hört sich das nach Besiedelungsplan für autarke Raumschiffe, für Pionierstützpunkte auf fremden Planeten an? Oder mehr nach Dschungelcamp-Soap unter verschärften Bedingungen? – In seinem sechzehnten Roman, Die Terranauten, der im Original 2016 veröffentlicht wurde, schreibt T. C. Boyle über ein wissenschaftliches Experiment, in dem vier Frauen und vier Männer zwei Jahre lang in einer künstlich angelegten Welt unter einer Glaskuppel (über)leben sollen.
Die Romanidee, die sich absurd anhören mag, hat sich Boyle jedoch nicht selbst aus den Gehirnwindungen gewrungen. Bereits ein Vierteljahrhundert vor der Romanveröffentlichung hatte genau dieses Experiment tatsächlich stattgefunden. Gut vierzig Kilometer nördlich der Stadtgrenze von Tucson im US-Bundesstaat Arizona, in den Santa Catalina Mountains, ließ Ende der Achtzigerjahre der Milliardär Edward Bass einen riesigen Kuppelbau errichten.



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