
Es kann dauern. Aber wenn einem ein Autor gefällt, dann landet man unweigerlich irgendwann bei seinem Erstlingsroman. Und so bin ich als „hard-boiled“ Fan von T. C. Boyle jetzt bei Wassermusik angekommen, einem Roman, der inzwischen über vierzig Jahre alt ist und dessen deutsche Erstübersetzung auch nur fünf Jahre jünger ist. Die Geschichte über den britischen Afrikareisenden Mungo Park ist eine Art Entwurf für viele spätere Boyle-Romane. Er hat den US-Schriftsteller weltbekannt gemacht. Allerdings habe ich nicht die deutsche Originalübersetzung aus dem Rogner & Bernhard Verlag gelesen, sondern eine Neuübersetzung durch den boyleschen Haus-und-Hof-Dolmetscher Dirk van Gunsteren aus dem Jahr 2014. (Und dann auch noch im Urlaub als E-Book statt auf Papier.)
Mungo Park, die historische Hauptfigur in Wassermusik, wurde 1771 in Schottland geboren. Er verstarb im Alter von 35 Jahren während seiner zweiten Expedition. Er war unterwegs zum und auf dem nordwestafrikanischen Fluss Niger, dessen Verlauf er erkunden wollte. Doch mit einer spröden oder meinetwegen sachlichen Abenteurerbiografie begnügt sich T. C. Boyle wie immer nicht. Er bietet seiner Leserschaft zwei weitere Handlungsstränge: einen naheliegenden, nämlich die Geschichte der in Großbritannien verbliebenen Verlobten und späteren Frau Parks, Allison a. k. a. Ailie; und eine dritte Erzählung um einen Glücksritter namens Ned Rise, dessen Geschichte sich erst spät mit der des Afrikaforschers Park verknüpft. – Alles in allem eine aberwitzige Erzählung, nach deren Muster noch viele weitere Boyle-Romane folgen sollten.


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